Hier gilt ganz normales Urheberrecht. Alle von mir erstellten Texte und Bilder sind mein geistiges Eigentum. Wer sich daran vergreift, ohne vorher gefragt und "Ja" zur Antwort bekommen zu haben, bekommt Haue oder Sonstwas.
Also: Nicht abschreiben, nicht copypasten. Gerne nichtkommerziell zitieren und verlinken. Im Zweifel einfach fragen.
sopran (at) gmx.net
Mit Kommentaren verfahre ich selbstherrlich. Die allerallermeisten sind willkommen.
Thomas Melle (Jahrgang 1975, Klagenfurtteilnehmer 2006) und Juli Zeh (Jahrgang 1974, Klagenfurtteilnehmerin 2004) gingen also zur selben Zeit in Bad Godesberg zur Schule, Melle auf das Aloisiuskolleg (zitiere eine Freundin: "spießiger verklemmer katholischer Akoschüller" - schlimmster Fluch, der ihr in der damaligen Lage einfiel), Zeh auf das Pädagogium Otto-Kühe-Schule ("Päda"). Sie werden sich in Freistunden im "Riäng" begegnet sein (auch: "Rien ne va plus") oder im Sommer im "Rüngsdorfer". Schwimmbad. Was mit Schwimmbad hieß auch der sehr schöne Text, den Melle in Klagenfurt gelesen hat. Und was mit Godesberger Gymnasium kam in dem Text vor, den Zeh in Klagenfurt gelesen hat.
Nur für den Fall, dass hier nochmal jemand sich nach den beiden umschaut.
Scheck: Damit sagen Sie das so, dass diese Kathrin Passig im Netz geschrieben hat, als würden wir vor 100 Jahren reden und es käme raus, die Preisträgerin sei früher mal auf den Strich gegangen, um Gottes Willen.
Fischer: (lacht)
Scheck: Ich habe nichts gegen Autoren, die ihr Geld im Internet verdienen. Das ist ein ganz wunderbares Medium, einige meiner besten Freunde haben da schon veröffentlicht.
(...)
Scheck: Ich habe mich sehr amüsiert heute Morgen über einen Text von Thomas Schmid, der ein Kosmonautenschicksal beschrieb (...)Heute Nachmittag zu hören war Erik Albrecht, der "Performance spoken words slam poetry"-Elemente in seinen Text brachte, zum ersten Mal mit großem, technischem Aufwand da las.
"Kathrin war da als Marionette ideal, weil sie keine eigene Autorenstimme hat" - Natalie Balkow im ZIA-Film "Das Geschäftsjahr 2006/2007"
Ich verlinke hier Teil 3, weil die Bachmannpreis-Fotos im Film von mir stammen (leider ohne korrekten Weißabgleich).
Teil 1 Philipp Albers: "Wir nagten ja damals alle am Bettelstab" - "Mutmaßungen, Missgunst und Mumpitz." Der gelernte Anstreicher Wolfgang Herrendörfer. Teil 2 Sascha Lobo als Coachdarsteller: "Jörn Morisse hat ja zu der Zeit noch getöpfert." Ab Minute 3:15 geht es um den Bachmannpreis (Wolfgang Herrndörfer, Natalie Balkow), Kathrin: "Die ZIA war ein gut geschmierter Kulturdildo" Teil 4 Holm Friebe: "Kathrin Passig ... wie Bastian Sick auf Speed". Ijoma Mangold über die "Rasselbande". Philipp: "Wenige Monate zuvor wurden wir noch als legitimer Nachfolger der vertrockneten Leipziger Literaturschule gefeiert." Ab Minute 6:30 erklärt Herrndorf die "Digitale Bohème". Sehr schön. "Dafür wird in Marzahn ein Kindergarten dichtgemacht und im Wedding verhungern die Araber."
Insgesamt etwas länglich. Trotzdem lustig. Ich bin mir sicher, irgendjemand wird das alles ernst nehmen.
Milena Oda geht durch Berlin. und zeigt ihre Internetseite. Putziger Akzent. Sie sagt pausenlos “für mich”. “... dann muss ich jede Figur in mir spüren.” Dann trägt sie ein paar riesige Bilder durch die Gegend.
Dieter Zwicky
1957 in Mollis geboren, lebt in Uster und Frauenfeld (CH). Den Beruf nenne ich nur bei denen, die einen anständigen haben, der nichts mit Büchern zu tun hat. Der Schwan, die Ratte in mir 1.205.339; Reizkers Entdeckung 1.320.823
Dieter Zwickys Film übererfüllt meine schönsten Erwartungen. Er fährt Pakete durch eine Halle und lässt sich beim Arbeiten zusehen. “Es herrscht eine eigenartige Stummheit auf der Post.” Schreiben tut er freitags, da hat er frei. “Worte brauchen viel Schlaf.” Kleine Homestory mit Hund Lina und Kindern. Er rechnet wohl nicht damit, berühmt zu werden.
Jan Böttcher liegt auf dem Rücken. “Erwachsenwerden in den 80er Jahren.” Man sieht ihn singen. Eckige Hornbrille. Er spricht über Popmusik. Offenbar macht er lieber Musik als zu schreiben.
Wind und Fluss, Häuserecken, Gerüchen, Apfelkuchen”
Heute kam ein Päckchen mit dem Schwimmbadsommer. Ich wusste gar nicht mehr, dass ich das bestellt hatte. Wo bleibt mein Jochen Schmidt? Die Kapitel heißen "Mein Vater ist... Tecumseh" - "Mein Vater ist... Ivan Lendl" - "Mein Vater ist... JFK", jedes zweite Kapitel "Mein Vater ist..." dazwischen anders. Schwimmbadsommer zum Beispiel. Eine erste Durchsicht verspricht mir Langeweile. Kindergeschichten.
Fridolin Schley trägt im Filmchen Herrenwinker und sitzt in einem Buchladen. Er ist Lektor und redet über Kurt Vonnegut. Gehen tut er nicht und trägt auch keine Brille. Er erzählt, wie sehr es ihn angepisst hat, dass ein Lektor an seinem schönen Geschreibel rumgenörgelt hat. Jetzt ist er selber rumnörgler.
Karl Corino (letztes Jahr für Miller eingesprungen, also ohne eigene Gäste)
War Ende Februar bereits "anderweitig im Wort" bei
Björn Kern, 1978 in Lörrach geboren und lebt in Südbaden und Berlin. Frankophil (Studium in Aix-en-Provence, Roman, der mit Marseille heißt...) Zweiter Kandidat vom Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Aber nur ein Semester.
Einmal noch Marseille189.205;Kipppunkt 346.348 björnkern.de
Björn Kern ist auf der Durchreise. Tübingen, Berlin, Marseille. Er hat dem Team eine Reise nach Marseille verschafft, ist doch nett. Er sitzt mit Aussicht auf Marseille. Er spricht über den Zivildienst. Doch, er geht doch: Am Strand entlang, Füße ins Wasser. Pastis.
Keine Brille.
“Gerüche, Klänge, der Geschmack von frischem Obst.”
Oesterle liegt hier mit seinem Fernsehgast herum. Ich lese die Begriffe Transistorradio, Kunstlederetui und zitiere eine beliebig aufgeschlagene Stelle (Seite 142): "Am Morgen hatten wir einen schwarz umrandeten Brief erhalten: In einem Alpendorf namens Kaprun war sein von dort stammender Kriegskamerad Hansel gestorben. Weil wir aber auch zu Beerdigungen nicht an so entlegene Orte fuhren, entschloss mein Vater sich, unseren Pfarrer um ein Sondergeläute der Kirchenglocke zu bitten. Er ahnte, dass er den Pfarrer dazu würde überreden müssen, denn ein Geläut für ferne Tote hatte es nur im Krieg gegeben. Aber das waren immerhin Tote aus unserem Ort gewesen, Tote, die das Pech gehabt hatten, nicht mehr heimzukehren, deren Verwandte aber noch hier lebten." Irgendetwas in mir hat das Pech, den Eindruck erlitten zu haben, man könne das alles auch irgendwie flüssiger beschreiben.
Kurt Oesterle setzt eine Brille auf. Er hat Dürers Häschen am Schreibtisch und eine große Flasche mit gespitzen Bleistiftstummeln. Vielleicht der einzige Autor ohne Macbook. Hübsche alte Fernsehbilder aus den 60ern. Geht nicht, sondern sitzt in seinem schwäbischen Arbeitszimmer. Achdoch. Geht über eine Wiese. Schwaben I presume. Eindruck beim zweiten Anschauen: Wird wohl keine sachlichen Fehler in seinen Texten haben (gut), hat Themen (auch gut). Nicht erstaunlich, dass "Ich-hab-das-mal-nachgeprüft"-Corino ihn eingeladen hat.
Martin Ebel (2 Preiskandidaten), noch nie einen Preis gewonnen. Sollte mich auch wundern.
Jagoda Marinic aus Schwaben, geboren 1977. Eigentlich ein Heiratsantrag 422.883. Habe ich gelesen, aber vergessen. Aufgefrischt. Es gefällt mir, sie schreibt dicht, mit kleinen gemeinen Wendungen, sorgfältig. Zitat: "Josip ist wenige Jahre nach meiner Abfahrt gestorben. Ich wußte, daß er verbrannt werden wollte, und daß ihm diesen Gefallen im Dorf keiner tun würde. Er hat ihn sich selbst tun müssen." Ich mag sowas. Mich wundert nur, dass Ebel, das blinde Huhn, sie rausgepickt hat.
Jagoda Marinic geht durch die Einkaufspassage und hört Ulla Meinecke oder eine Erbin von Ulla Meinecke. Prinzessin ungewiss. Sie quasselt zwischen die Wortreiche Musik. Dann geht sie über ein Brücke. Neckar?
“Ich persönlich glaube ja, dass ohne das Wort kein einziges Buch geschrieben worden wäre.” Selbstgemacht? Sie freut sich, dass sie “hypochondern darf”, die ist super, redet nur Müll. Nur die Musik hat zu viele Worte.
Roland Reng steht auf einem Sprungbrett in Barcelona. Fußballreporter. Sieht Johannes B. Kerner ähnlich. “...weil Romanschreiben 'ne schöne Art ist, 'n anderes Leben zu führen.”
Klaus Nüchtern (3 Preiskandidaten, 2 Preise) ging alphabetisch vor:
Martin Becker
Studium am Deutschen Literaturinstitut 2003-2006. Kann es sein, dass dieses Jahr nur zwei vom Literaturinstitut Leipzig dabei sind? Veröffentlichungen nur in Anthologien (Jahrbuch der Literaturinstitusabsolventen oder so). Geboren 1982 im Sauerland, lebt in Berlin. "Ein schönes Leben" erscheint im Spätsommer.
Martin Becker geht durch Berlin (Moabit), lässt sich vom Inder Papadams nach draußen bringen. Ziemlich warm angezogen, wahrscheinlich haben sie die Tische nur fürs Fernsehen rausgestellt. Er erzählt ziemlich viel. Über das Schreiben. Eckige Hornbrille. Geht über eine Brücke.
“...und dann wird's ne gute Geschichte.” Kunstpause. “Glaube ich.”
Christian Bernhardt. “Ein Leben in Transit.” geht über eine Autobrücke und spricht auf einem blauen Sofa in einem Klamottenladen über das Schreiben. Er geht durch eine Fußgängerzone. Köln wohl. Tütensuppen, am Regal steht aber der Titel des Romans.
Ich habe was gelesen. Der gelbe Onkel. Und dazu Kirschen gegessen. Impeccable. Mehr nicht. Passt aber ins Format. Eine halbe Lesestunde wird sie mit einer runden Geschichte mit Anfang und Ende füllen können.
Andrea Grill verquirlt in Bologna Eichhörnchen-DNA. Entzückend! Sie geht nicht, sondern fährt mit dem Auto durch die Stadt.
Michael Stavaricverweigert, trägt auf seinem Foto aber den Flokkati um den Hals, den Jörg Albrecht in seinem Wohnzimmer liegen hat.
Spielt Rollschuhhockey. Ist bilingual aufgewachsen tschechisch/österreichisch. Er sieht meinem Bruder ähnlich. Kreativer Umgang mit Sprache. Sitzt im Café. Geht über einen Friedhof. Brille mit durchsichtiger Plastikfassung. Link
Prädikat: wienerisch/bohèmien
Es handelt sich bei ihm um den jungen Mann, der in dem Klavierspielerfilm die Huppert wunschgemäß verprügelt. Ach nein, doch nicht.
tddl tage der deutschsprachigen literatur klagenfurt 2007 bachmannpreis ingeborg-bachmann-preis wettlesen
150 Stavaric. Die Zeit ist mal wieder reif für einen Österreicher. Diese Berliner machen nur Ärger.
PeterLicht, der mit Tarnkappe oder unterm Tisch lesen wird. Nach Stirnschlitz-Rainald-Goetz und Wolfgang Herrndorf (Porträtfilm verweigert) endlich mal wieder ein echter Künstlerspinner. Er ist irgendwo geboren.
Peter Licht telefoniert. Einfach ein Film, in dem er nicht zu sehen ist. Ich nehme übrigens alles zurück: PeterLicht wird lesen und im Fernsehen zu sehen sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass etwas anders möglich ist und dass es ihm so wichtig ist, nicht gesehen zu werden.
Interview Die Presse. Zitat: „Ich glaube, auf so was kann man sich nicht freuen“: Thomas Stangl sitzt über dem Donaukanal-Ufer, Blick auf die Leopoldstadt, wo er wohnt und sein letzter Roman spielt, denkt über sich und Klagenfurt nach, dann fällt ihm ein, eine Kollegin habe den Bewerb „lustig“ gefunden. Wie er das sagt, klingt es freilich, als würde ein ins Rad gedrängter Hamster sich das Fliegen vorstellen.
100 Stangls sind mein.
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