Patenonkel im Einschlaffernsehen
Da sehe ich etwas im ZDF über Beethovens Locke, nur als Seitenblick-Objekt, während ich warte, dass der blogcounter umspringt, damit mir nicht die Augen zufallen. Und da schaut mich mit nun ja intensivem Blick mein Patenonkel aus dem Fernseher an. Er spricht über äh Beethoven und die Nazis? Nein, hätte ich mal hingehört... Dass Beethoven nichts dafür konnte, dass im dritten Reich Freude schöner Götterfunken gespielt wurde? Ach, wasweißich. Jedenfalls spricht er englisch, das ist seltsam, er ist sehr aufgeregt, wütend? und er wird aus dem Off übersetzt. Fremd.Die Locke ist inzwischen in Phoenix/Arizona gelandet, der Onkel nicht noch einmal aufgetaucht, ein alter Mann (der Lockenerbe?) fährt einen Mercedes mit dem Kennzeichen L VAN B.
Dass wir in der 3. Klasse das Geburtshaus in der Bonngasse besuchten, der Onkel eine Führung machte, sogar auf einem der Flügel vorspielte (jetzt wird im ZDF gerade die Locke ausgepackt, für die Obduktion). Er hatte am Abend vorher angerufen, und nun erzählte er etwas von Mozart und Wien, und dass Beethoven Mozart dort treffen wollte usw. "Und bestimmt weiß keiner von Euch, wann Mozart gestorben ist". Und ich: "Öch ähm, 1791?"
Miese Masche, das.
Jetzt werden die Haare im Synchrotron beschleunigt. Oder so. Eben erzählte der Onkel etwas über die Schwierigkeiten, die man als Tauber beim Komponieren hat. Wenn ich das richtig verstanden habe, ich kann so schlecht englisch.
sopran - Do, 30. Jun, 00:50



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