Herne, die Perle des Ruhrgebietes
Auf der stockigen Anfahrt (Unfall A 1, zu viele Autos A 43) hatte ich ein kleines Gesumm, das lautete: "Herne wird ja unterschätzt, Herne, Herne, so hübsche Eckchen, hat doch, denkt doch keiner, dieses Ruhrgebiet." Das Gesumm erstarb aber, als ich bei Dämmerung und Regen in Herne Mitte einfuhr. "Kulturzentrum" heißt der Backsteinklops, mit Stadtbücherei, Kaschemme und Volkshochschule. Ein herrlicher Ort für die weltberühmten Tage alter Musik in Herne, die der WDR da immer veranstaltet. Eines der weltweit bedeutendsten Festivals für alte Musik. Da denke ich an romanische Kirchlein. Stattdessen: Knallharte braunbeige Stadthallenrealität. NATUR NATUR ICH WILL BETON PUR.In der hässlichen Garderobe schüttelte der französische Naturtrompeter den Kopf über Herne, ein sehr französisches Kopfschütteln der Art, "c'est bizarre, n'est-ce pas?" Èrne, er habe einen Kollegen in Ravensburg, der habe mal Urlaub gemacht mit seiner Familie in diese Rührgebiet. C'est bizarre. Impeccable sein Trompetenspiel. Naturtrompeten! Gebogene Frischwasserrohre mit Bindfaden zusammengefügt. So viele unterschiedliche Töne ohne Ventile.
Ebenfalls aus dem Sanitärhandel das Objektiv des Konzertfotografen, das bestand aus einem Stück Abflussrohr. Großformatkamera, er drehte immer an diesem Abflussrohr, ich dachte an die Lochkamera aus Pappe, die ich mal gebastelt hatte. In dem Abflussrohr war was drin, und das Rohr diente der Schalldämpfung. Ahso.
Konzert wird im Radio gesendet am 17. November. Schade, dass im Radio die Solosopranistin nicht zu sehen ist. Dann halt hier. Wir sind nicht der "Chor Arte del Mondo", den gibt es gar nicht. Sopran singt im Bonner Kammerchor.
sopran - Fr, 9. Nov, 15:13



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