Rastspielhölle
Früher als befürchtet endete mein Gerichtstermin gestern morgen in der niederrheinischen Kleinstadt. Der vorgeführte Zeuge machte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht gebraucht, als Ehemann der Beklagten. Das ist alles eine mutmaßliche Betrügerbande, Kläger, Beklagte, Zeugen, Abschleppdienst, Werkstatt usw. Der Gerichtsvollzieher hatte den Zeugen nur ungern zuhause abgeholt (Vorführung angeordnet, weil mehrmals nicht erschienen). Der sei vor Ort "einschlägig" bekannt. Einschlägig wörtlich zu nehmen. Der Zeuge ließ sich also noch die Rückfahrt bezahlen (Hinfahrt war ja umsonst), die Sache wird jetzt im schriftlichen Verfahren entschieden.Durch Rheydt schlendernd, dachte ich: Wenn ich mal das Bedürfnis habe, irgendwo tot überm Zaun zu hängen, dann fahre ich dafür doch lieber nach Bad Oeynhausen.
Zu früh für den Friseur, zu spät, noch zu Hause oder im Büro vorbeizufahren, machte ich Pause am Rasthof Frechen. Dort gibt es Segafredo Kaffee, auch wenn es nicht an der Ausfahrt steht. Auf der A3 im Westerwald schreiben sie es inzwischen dran, und da ist es nur Lavazza. Eine sinnvolle Information. Segafredo in Frechen wusste ich aber schon. Zusätzlicher Service: Dort hängt die FAZ aus, dreifach. Ich löste zum Cappuccino das Kreuzworträtsel locker durch. Gegenüber saß ein Herr um fünfzig, sehr adrett, wahrscheinlich ein Kollege aus dem Bereich Mergers and Aquisition, gepflegter Schnäuzer. Am Geldspielautomaten. Stammkunde?
sopran - Sa, 13. Okt, 14:45



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