FAS III - Sonntags kein Pardey
15. Sport, nebenbei geblättert. Sportteil = Fußballteil. Interessiert mich nicht. Weg damit.16. Technik und Motor. Technik lese ich dienstags in der FAZ und fast ausschließlich wegen Hans Heinrich Pardey. Allenfalls mal ein Artikel von Michael Spehr. Der mir heute erzählt, dass es Symbian noch gibt. Ich seufze meinem Psion nach. Aber inzwischen macht doch mein google alles. Kalender, Adressen, Dokumente aufbewahren. Solange das Internet funktioniert. Dann lese ich doch sicherheitshalber mal den Artikel über die Symbian-Communicator. Trotz meiner Treue zu Sony-Ericsson. Die wiederum früher auch Symbian-treu waren. Und mit freundlichen Grüßen an meinen Leser g., der gerade in der Ukraine ist. Wie sieht's denn da aus mit dem Internet? Den Symbian-Artikel reiße ich aus und schmeiße den Rest weg. Überhaupt: Mal wieder mehr ausreißen. Meine Oma war eine große Ausriss-Sammlerin. FAZ 27.8.1973 oder sowas stand dann in ihrer großen schwungvollen Schrift am Rand. Die Kritik im passenden Buch, Hintergründe. Manchmal kam ein Umschlag mit der Post, der enthielt einen Ausriss, G+K Oma, fertig. Was über Kempowski, über das Verfassungsgericht, über Helmuth Rilling, über Jerusalem.
Pardey hat ein Weblog nebenan.
17. Immobilien - blaue Tonne ohne Umwege
18. Beruf und Chance. "Zu viele Frauen im Klassenzimmer". Gähn.
19. Jetzt die Pflicht: Teil eins. Doppelseite über Pol Pot. Bestimmt interessant. Jetzt keine Geduld. Gerade noch einen Cappuccino getrunken, bald die Töchter packen und zum Großelternkaffee mit angereister Eifler Verwandtschaft anbrechen. Jetzt nicht so tun, als würde ich mich sonntags sonderlich für Politik interessieren. Am siebten Tage sollst Du Deinen Liebhabereien frönen. Lieber frönte ich meiner Liebhaberin, sowieso also ist das ganze Zeitunglesen nur Zeitvertreib. Die Zeit nun trödelt aber immer hartnäckiger, je mehr ich versuche, sie treiben. Kempowski übrigens las "nie die Zeit", was natürlich nicht für sein ganzes Leben zutraf. Sie hat's wohl irgendwann mit ihm verdorben. Früher ließ Fritz "Hauptbahnhof" Raddatz gerne den Kies vorm Kreienhoop unter den Reifen seines Sportwagens auf-s-prützen. Und Kempowski inserierte in der Zeit seine Literaturseminare und suchte nach Biographien und Briefen für das Archiv. Lese schnell den Artikel über Thomas Quasthoff. Contergan-Jubiläum. Über sein Singen bin ich unenthusiastisch. Vor allem Bach finde ich ziemlich schlimm. Aber egal. Contergan war Teil meiner Kindheit. Jochen, der Sohn von Freunden, ein paar Jahre älter als ich, der mit den Füßen seine vielen Terrarientiere versorgte. Ich, fünf oder sechs, saß staunend vor dieser Kunst und versuchte mit den Füßen Lego zu bauen. Ging damals noch ganz gut. Es gab halt Kinder mit Armen und Kinder mit geschickten Füßen. Von Contergan erzählte meine Mutter mir später. Und dass Jochens Mutter ein Patent hatte für eine Hosenumarbeitung. Hosen zum Anziehen ohne Arme. Die Blindschleiche und der Feuersalamander faszinierten mich aber nicht minder. Ein junger Mann mit kurzen Armen war schon in der Oberstufe, als ich in der Unterstufe war. Er ritt in der selben Reitschule, und nahm mich manchmal im Auto mit zur Reitstunde. Contergan war überall. Es gehörte zu meinem kindlichen Stadtbild. Die sieben, acht Jahre Älteren.
20. Hinten ein Bericht über Familienunternehmen. Die Körners, die Kleinleins und Böckleins, die Hollers.
21. Vermischtes: Pilger sterben im Himalaja an Höhenkrankheit. Eine Nachricht, weil es dieses Mal ein Deutscher war. 6700 Meter. Joanne K. Rowling schreibt kein Fantasy mehr. Kommentar zur Frauen-WM: "Schön war ..., dass besagte Nicht-Männer zivilisatorisch deutlich über den sogenannten profifußballspielenden Männern standen, die in ihrer intellektuellen Anmutung dem trostlosen Bild gescheiterter Staaten oder Grünen-Parteitagen gleichen."
sopran - So, 7. Okt, 12:47


