Kino: Die wilden Hühner und die Liebe
Ja, so geht's, nie kommt man ins Kino, auf DVD allenfalls ein paar Klassiker, "If these walls could talk 2" zuletzt, "Wallace und Grommit und die Technohose" sowie "Komm süßer Tod", naja. Heute an diesem wundervollen Bonner Sommertag schleppen mich die Töchter ins Kino. Sprießende Brüstchen allüberall, rechts von mir, links von mir und natürlich auf der Leinwand. Unter den anwesenden Kindern, ca. 100, erkenne ich zwei Jungen. Die haben sich vielleicht Aufklärung erhofft. Wie sind sie denn so, die Weiber. Oder es sind Schulfreunde von "Fred"-Darsteller Jeremy Mockridge aus der nahen Clara-Schumann-Schule.Es geht überhaupt nicht mehr um Hühner, wenn es denn je um Hühner ging. Seit Veronica Ferres so mager ist, verwechsle ich sie schon mal mit Katja Riemann. Veronica Ferres spielt Sprottes Mutter und macht das ganz ok. Die Mädchen sind sowieso alle super. Am supersten ist Trude, gespielt von Zsa Zsa Inci Bürkle, sie ist ganz normal pummelig, weshalb erst ein spanischer Vetter von irgendwem auftauchen muss, damit mal jemand mit ihr tanzt. Diese Südländer stehen ja auf üppig, oder was will uns das nun wieder sagen? Sie tanzen sehr hübsch.
Wilma ist in Leonie verliebt und Leonie in Wilma. Leonie ist eine blonde Schaufensterpuppe, die überhaupt nichts sagt. Aber sei's drum. Mädchen küsst Mädchen, das ist das Wichtigste. Und bis auf die doofe Melanie, gespielt von Paula Riemann, ist das die Tochter von Veronica Ferres? und ihre doofen Mofafreunde findet das eigentlich auch keiner schlimm - im zweiten Moment. Trotzdem droht Verfolgung in der Schule, und die ehrgeizige Mutter soll es auch erstmal nicht wissen. Das sind richtige Mädchen mit langen Haaren und kurzen Röcken. Besonders viel gekichert wird nicht im Publikum. Die Kinder sind alle ständig verliebt oder wollen verliebt sein oder wollen, dass sich jemand in sie verliebt oder schreibt oder anruft oder was auch immer. Sie sind ziemlich jung, weshalb sie auch immer nur keusche Küsschen mit locker geschlossenen Lippen wechseln. Selbst, als zwei von den Verliebten (Sprotte und Fred) im Wohnwagen übernachten.
Ich fand alles ganz rührend. Freundschaft, Streit, Eifersucht, wieder Vertragen... Drumherum findet Sprotte ihren lang vermissten Vater, die Oma lässt sich an der Hüfte operieren, und die Lehrerin ist auch verliebt und man gibt den "Sommernachtstraum" in blumigen Kostümen. Ich war mir aber mit den Töchtern einig: So viele so brauchbare Jungen gibt es in dem Alter gar nicht.
sopran - Di, 1. Mai, 17:07



meiner 8. Klasse so (welche schon eine Weile
her ist); seither heißt sie (es?)
Clara-Schumann-Gymnasium - was
rhythmisch zu wünschen übrig lässt.