Wetter mal wieder.
Nun sagt mein "Wetter, anderswo" links auf dieser Seite ebenso wie dieses blöde Tool unten in der Statusleiste, das ich mir von Firefox habe aufschwatzen lassen, und das immer aufpoppt und nicht wieder zupoppt, wenn ich es gerade nicht sehen will, dass in Carcassonne Nebel sei und 14 Grad.Ich bin wirklich ganz anderswo, nämlich 20 Kilometer von Carcassonne entfernt. Wetter wird überbewertet, aber hier ist seit ein paar Tagen Sommer, und das heißt: Endlich fahren wieder die Flöppchen durchs Schlafzimmer, immer hin und her, endlich treiben wieder die Hornissen ihr lustiges Wesen, endlich stinkt der Bach wieder, die Alten sitzen auf der Bank vor meinem Haus und geben mir zu jedem von mir vorbeigetragenen Gemüse eine Zubereitungsart mit. Endlich kurze Hose, nackte Haut, sockenfreies Wandeln. Die Vier erklärte unser Hiersein gestern für "Urlaub". Jaja, Erziehungsurlaub.
Der erste Tag der Schönwetterperiode in diesem jahrübergreifenden Sommer.
Wie bekommt man diese blöden Firefox-Tools eigentlich wieder weg? Während ich dies schrieb, änderte es seine Meinung immerhin zu "Partly Cloudy and 17°C". Die teilweisen Wolken haben sich aber zu einer größeren Wahlveranstaltung neben der Wetterstation versammelt. Dort ist es 10 Grad kühler als hier.
Anderswo wird heute gewählt, Sarkozy, Segolène Royal, José Bové (der MacDonalds-Zerstörer von Millau), Le Pen - insgesamt sind die Plakatfratzen an von der Gemeinde dafür vorgesehenen numerierten Plakatständern zentral geballt. Das finde ich rücksichtsvoll. Keine Pappen der örtlichen Ortsvereine verschandeln die Bäume. Bushaltestellen gibt es ja sowieso nicht. Die Stimmung im Dorf ist wie Erstkommunion, Sonntagsspaziergang mit Blüschen und Handtäschchen. Von weither angereiste Verwandte wählen am Herkunftsort. Mangels Meldewesen oder so. Geht man denn mit seiner Stromrechnung wählen oder ein jeglicher in seine Stadt? Interessiert schon heute abend niemanden mehr, nicht einmal mich.
Hätte das Glockenspiel am Morgen nicht die Marseillaise spielen müssen?
Das Dorf steht in einer seltsamen Tradition. Es hat kein Kriegerdenkmal und hatte viele Jahre lang einen kommunistischen Bürgermeister, der erst abgewählt wurde, als er Wasseruhren einführen wollte.
These: In Gegenden mit Wassermangel sind Wasseruhren unüblich (Kalifornien).
Hier muss ich schließen, "Shawn das Schaf" gucken.
sopran - So, 22. Apr, 11:38



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