Halb elf die Neunte
Es ist vier Minuten nach Zehn, und gerade versucht das anderswoische Geläut eine mixophrygische Tonleiter. Vielleicht wird ein neuer Song eingespielt. Noch bis nach Ostern beglückte es uns mit "Adeste Fideles", um Zehn nach Acht, Zehn nach Zwölf und Zehn nach Sechs. Wohl sechs unterschiedliche Lieder habe inzwischen gehört, die vor allem eins waren: Verstimmt.Ich probier jetzt mal was aus.
Glocken (m4a, 1,088 KB)
Das ist ja ein Geläut für Doofe: Es klongt ungefähr zur vollen Stunde die Uhrzeit an, und weil man ja beim ersten Mal oft nicht richtig zuhört, klongt es dasselbe fünf Minuten später noch einmal. Wenn jemand gestorben ist, klongt es einen trüben Herzschlag den ganzen Morgen. Und an Mess-Sontagen noch ein paar andere Lieder.
Um Sieben nach Zehn klongte es zweimal, um Elf nach Zehn einmal. Gegenüber wird gehämmert, es hat sich ein Käufer für die alte Werkstatt gefunden. Er möchte in den nächsten zwei Wochen alle nötigen Handwerke lernen: Maurer, Schreiner, Zimmermann, Fliegenleser, Sanitäter, Ikeakunde, und dann mit seiner kleinen Familie einziehen.
Nachtrag:
Ab 10:30 Uhr wird das ganze Programm ausprobiert. Darunter ganz neue Hits wie das Thema aus dem Schlusssatz der Neunten. DER Neunten. Hörte ich neulich auf "Classique", das ist eine Art WDR4. Sangen sie das unsägliche "Freiheit, schöner Götterfunken", wusste ich natürlich gleich, wo und wann das aufgenommen war. Wer weiß es noch?
sopran - Di, 17. Apr, 10:03



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