User Status

Du bist nicht angemeldet.

Radio Sopran

Wetter, anderswo

Aktuelles Wetter in Carcassonne:


Temperatur: 28 C
UV Index: 4
Luftfeuchte: 32 %
Sichtweite: 10.0 km
Luftdruck: 1014.9 mb
Windstärke: 27 km/h

Weather data provided by weather.com

Copyright

Hier gilt ganz normales Urheberrecht. Alle von mir erstellten Texte und Bilder sind mein geistiges Eigentum. Wer sich daran vergreift, ohne vorher gefragt und "Ja" zur Antwort bekommen zu haben, bekommt Haue oder Sonstwas. Also: Nicht abschreiben, nicht copypasten. Gerne nichtkommerziell zitieren und verlinken. Im Zweifel einfach fragen. sopran (at) gmx.net Mit Kommentaren verfahre ich selbstherrlich. Die allerallermeisten sind willkommen.

Oscar-Tipps

kann ich nicht abgeben. Ich komme viel zu selten ins Kino. Die letzten beiden Filme, die ich gesehen habe, sind aber auch nominiert, also los.

"Little Miss Sunshine" bekommt den Oscar für die beste Hupe. Ok, kaputte Hupe und toter Opa im Kofferraum sollte ausgefilmt sein. Chevy Chase und tausende, die mir gerade nicht einfallen. Aber als ich in München im Kino saß, um diesen Abend herumzukriegen zwischen Polizeipräsidium (gefühlt 127. Vermisstenanzeige) und der Nacht in dem bayrischen Gruselhotel (letztes Zimmer: Dachstube mit Doppelbett, also Doppelbett jetzt nicht nebeneinander sondern hintereinander mit einem gemeinsamen Kopf- bzw. Fußteil). Was nochmal? Bepisst über die Hupe. Ich muss zwar sonst kotzen über Prädikate wie "sympathischer kleiner" u.Ä., aber das ist wirklich ein sympathischer kleiner Film. Die Hupe spricht, ist aber leider nicht nominiert. Abigail Breslin ist als beste Nebendarstellerin nominiert, daraus schließe ich, dass es in dem Film überhaupt nur Nebendarsteller gibt. Alan Arkin (der Vater von Dr. Shutt aus Chicago Hope) ist der tote Opa, nominiert als bester Nebendarsteller.

"Das Leben der Anderen" habe ich vor zwei Wochen zum zweiten Mal gesehen, dieses Mal im toulousainischen Vorstadtkino. Das Publikum genau wie zu Hause, wenn am späten Vormittag was mit OmU läuft, praktische Anoraks, bewusste Brillen. Wieder das selbe Gefühl wie beim ersten Mal: Okayer Film, prima Kinoqualität, Bilder, Ton, Licht, die Fratzen. Ulrich Mühe natürlich Whow, sans doute. Trotzdem schaffe ich es nicht, den Film anders als im Licht seiner Funktion zu sehen. Für die Ahnungslosen, die keinen Schimmer von dem Leben unter Stasi-Aufsicht haben, ein wichtiger Aufklärungsfilm. Sollen möglichst viele sehen. Ich bin ja selber froh, dass ich nicht viel mehr als einen Schimmer haben muss.

Aber in diesem Schimmer ist mir das alles viel zu oscaresk. Glatt gestrickt, versöhnliches Ende, der Mensch wird gut, der Mensch ist gut. Kein Problem, die Gruselszenen darunter zu vergessen. Das Schlimmste wird dabei fast verdrängt: Dass die STASI in der Nachbarwohnung saß, im Bekanntenkreis, in der Schule, bei der Arbeit, in der Familie. Jeder 50. erwachsene Bürger war hauptamtlicher oder inoffizieller Mitarbeiter der STASI. Ich habe eine Freundin, die in den 80ern mit ihrer Familie ausreiste und immer noch unentschlossen ist, ob sie ihre Akte einsehen will. "Ich habe Angst zu erfahren, wer uns verraten hat, weil ich weiß, es muss jemand gewesen sein, den wir als Freund sahen." Im Film sind hier die guten, die "Normalen", mit denen ich mich als Zuschauer identifizieren darf, und dort die Bösen von der STASI - die Bedrohung kommt von außen. Dazwischen Wiesner alias Ulrich Mühe, erst der Böse von außen, dann Läuterung. Wiesner ist aber eine völlig isolierte Figur ohne jedes Privatleben. Ebenfalls dazwischen Christamaria Sieland alias Martina Gedeck, die von der guten zur bösen Seite kippt. Aber die ist ja tablettensüchtig und Künstlerin, bleibt also auch schön fern. Die Frage: Wie aufrecht wäre ich selber gewesen in einem solchen System bleibt dem Zuschauer erspart. Dabei fängt es doch da erst an wehzutun und spannend zu sein. So verlassen wir das Kino mit dem wohligen Gefühl: Der Mensch ist gut und ich bin es bestimmt auch.

Oscar? Keine Ahnung, ob der verdient wäre. Sinnvoll? Ach egal. Vielleicht doch. Grund: Sollen möglichst viele sehen, sonst würden möglichst viele überhaupt nichts darüber erfahren. Dann halt so. Ich hätte gerne gewusst, was die Franzosen in diesem Film gesehen haben. Sie haben jedenfalls weniger gelacht als wir, aber das mag an den Untertiteln gelegen haben. Der Eins wollte wissen, ob die Straßen da wirklich immer so leer waren. Und es könne doch nicht sein, dass die Autos alle gleich aussahen. Doch.
Nachtrag Dienstag, 26.2.

Spiegel online berichtet von der Siegesfeier. Bröckchen nur:

"Die symbolisiert Manneskraft" strotzt da der sich gerade vermehrende Donnersmarck vor sich hin und meint die "phallische" Oscar-Figur. Später presst er seine schwangere Frau an sich, "die mir immer die Stange gehalten hat", bevor man sich am "prallen Käsebüffet" labt. Apropos Käse:

"Korrektur: Im Text wurde Sebastian Kochs Freundin zunächst Antje van Cäse genannt. Der richtige Name lautet Carice van Houten. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen."

(Spon zitierte da übrigens Wikipedia, wo man sich einen lustigen Nasobem-Scherz erlaubt hatte.
"Sebastian Koch lebt in Berlin und hat eine Tochter, Paula. Die Mutter ist die Journalistin Brigitte Dachboden (u.a. DW-TV). Er war lange mit der Schauspielerin Anna Schrott liiert und ist seit den Dreharbeiten zum Film Brack Book (Zwartboek) Ende 2002 mit Antje van Cäse zusammen.")
erasmus von meppen (anonym) - Mo, 26. Feb, 11:16

And the Oscar goes to Donnerkeil

Ich persönlich kann diese Stasi-Plotten nur zum Gähnen finden, und schon der Name Henckel von Donnersmarck macht mich schaudern angesichts seiner zackigen zwo Zeekahs und der ganzen Mischpoche, die daran hängt. Und einer derer von und zu will nun erzählen, wie es wirklich war mit der Stasi. Wattn Witz!

erasmus von meppen - Di, 27. Feb, 11:12

Hier noch ein lustiger Artikel von Pjaer zum Leben der anderen.

sopran - Di, 27. Feb, 11:43

Ich möchte an dieser Stelle das Buch "Stasiland" von Anna Funder empfehlen. Es ist seinerzeit als Hardcover immer auf dem Büchertisch liegen geblieben oder in die falschen Hände geraten wegen des nuttigen Covers< und wird jetzt als Taschenbuch wahrscheinlich auch wieder liegen bleiben oder in die falsche Hände geraten wegen des doofen Ampelmännchen-Covers.
sopran - Di, 27. Feb, 11:48

Ich habe gerade mit einer Nachbarin über den Film diskutiert. Je mehr ich dagegen anrede, wie supertoll der doch ist, desto zuwiderer wird er mir. Ich begrüße es übrigens, dass Martina Gedeck nicht mit nach Hollywood reisen durfte, hätte aber statt Sebastian Koch die Reise lieber dem struppigen Dichterkollegen gegönnt. Ulrich Mühe war aber schon wegen der hängenden Ärmchen und der diagonalen Haltung ganz prima.

Herr von Meppen, was hielten Sie denn von der doofen Sonate? Warum haben sie nicht einfach die Apassionata oder den 2. Satz von op. 31 Nr.2 genommen? Irgendwas, was man ernst nehmen kann, wenn schon die doofe Musiknummer.
erasmus von meppen - Fr, 2. Mrz, 08:25

Watt? Musike ist da oooch noch drin, in dem Fülm? Oooch dett noch!
sopran - Fr, 2. Mrz, 09:14

Jetzt wollen sie in Hollywood ein Remake machen, hä? Würde nicht synchronisieren reichen?

Aber wir wollen ihnen den Spaß nicht nehmen, auf den Nazis rumzuhacken.

Ach, das sind gar keine Nazis? Aber die hatten beim Abhören bestimmt auch Totenköpfe auf der Mütze.

(Mein Onkel hat übrigens beides erlebt, fällt mir bei "keine Nazis" ein. Der saß im Gestapo-Verhörkeller und später im Stasi-Verhörkeller, und siehe da: Es war nicht nur der selbe Keller, es war auch der selbe Verhörer.)

sopran - Fr, 2. Mrz, 11:09

und noch mal Donnerlittchen:

„Ich merke international, was für eine gute Stimmung für den deutschen Film da ist. Man fühlt sich wohl als deutscher Filmemacher im Ausland.“ Von Donnersmarck bekräftigte, er habe den Preis für Deutschland gewonnen. Nun fehle nur noch die Fußball-WM: „Handball-Weltmeister sind wir schon, Papst sind wir schon, Oscar sind wir schon.“

(Quelle: Hannoversche Zeitung hier)

Herr von Donnersmarck, wann können Sie endlich mit erbebenden Testikeln sagen: "Wir sind Führer"?

Marktführer im internationalen Film natürlich.
isabo (anonym) - Fr, 2. Mrz, 12:01

So ein Penner.
Deutschland ist längst doch Fußballweltmeisterin!
sopran - Fr, 2. Mrz, 12:37

Und sogar meine 10-jährige Tochter ist schon Weltmeisterin. Oder Weltmeister? Die war nämlich beim Hockey-Endspiel im Stadion.

So schlimm fand ich den Film nun auch wieder nicht, dass ich geahnt hätte, was der Regisseur für einen Quark redet.
erasmus von meppen (anonym) - Fr, 2. Mrz, 19:39

kurz und bündig:

Der Tühp hat n Ei am wandern.

sopran - Fr, 2. Mrz, 19:42

Da sarense wat, Herr Meppen.
Film und Fernsehen

Trackback URL:
http://sopran.twoday.net/stories/3363046/modTrackback


Umzugsmeldung

Sopran ist umgezogen. Sie finden alte und neue Texte nun unter sopranisse

Aktuelle Beiträge


sopran - Fr, 28. Mrz, 16:36
Service: neues Sopran...
Rss-Feed zu Sopranisse.de
sopran - Do, 21. Feb, 11:37
Ich bin umgezogen!
Ich habe mir zum Geburtstag ein neues Sopran geschenkt...
sopran - Mo, 18. Feb, 14:13
Wege zu mir (google)
Thomas Melle Juli Zeh Falls das nochmal passiert: Thomas...
sopran - Fr, 15. Feb, 18:46
Gewinn an Lebensqualität:...
Gewinn an Lebensqualität: Der Hotspot reicht...
sopran - Fr, 15. Feb, 16:55

Suche

 

Archiv

Februar 2007
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 3 
 6 
 7 
 9 
12
14
15
17
19
21
22
24
 
 
 
 
 

Status

Online seit 1223 Tagen
Zuletzt aktualisiert: Mo, 7. Apr, 22:11

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma

sorua enabled
xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB


kostenloser Counter