Was gelesen /Haas und Herrndorf
Herrndorf (Wolfgang Herrndorf: Diesseits des Van-Allen-Gürtels) also gestern angekommen und, was glaubst du: Folie gleich abgerissen, aucun problème. Ich knabbere mich gerade einmal durch den Wolf Haas, früher immer einen Bogen um Haas gemacht, weil: Österreich. Dann "Das Wetter vor 15 Jahren" gelesen. Gelacht. Und sofort den Schuber mit allen sechs Brenner-Krimis kommen lassen, für 49 Euro. Das runde rote 49-Euro-Schild pappt jetzt auf der Schutzfolie der Habenichtse von Hacker, weil die beiden nebeneinander ausgewandert sind. Kein Buchpreisaufkleber übrigens, weil ich das Buch doch schon früher gekauft haben muss. Auf dem Preisschild steht Universitätsbuchhandlung Bouvier, 25.04.2006, 17,80 €.Herrndorf profitiert heute von Haas, Haas wird übrigens anders als die Regel mit jedem Krimi besser. Gestern las ich der Frau meines Herzens die ersten sieben Kapitel "Silentium" vor, ohne dass sie dabei einschlief. Beginn Kapitel 6: "Jetzt Petting." Beginn Kapitel 7: "Jetzt Party." Sehr empfehlenswert. Aber heute darf ich nicht alleine weiterlesen, denn die Frau ist in die Berge gefahren.
Also Herrndorf, und was soll ich über den schreiben? Das ist ein netter Mann, und wenn ich mit jemandem schon mal ein Bier getrunken habe, dann lese ich quasi betrunken, benebelt; einmal der Reflex: Willich gutfinden. Dann die Angst: Mussich das gutfinden? Dazu die Unfähigkeit, Autor und Figur zu trennen. Jetzt bin ich erst bei der zweiten Geschichte, Tsingtao, und beide Male Ich-Erzähler. Erster Ich-Erzähler studiert wie Herrndorf einst Kunst in Nürnberg, aber zweiter macht Weltreise, davon weiß ich nichts. Das macht es leichter. Ich weiß schon, dass am Ende eine Pornoschloss-Geschichte vorkommt, aber die bewahre ich mir auf. Da muss ich mich nicht groß anstrengen, die steht ja sowieso ganz hinten.
Das war quasi der Stand vor 15 Jahren, also vor zwei Tagen. Danach habe ich weiter gelesen, die Van-Allen-Geschichte übersprungen, die fand ich schon Klagenfurt vor zwei Jahren gut. Aber die letzten beiden mit Holm und Kornelius und Lottmann und Kirk, die fand ich so überflüssig und langweilig. Ich meine: Ich sehe Gesichter zu den Namen und habe nicht die geringste Ahnung, was das soll. Wenn ich Gesichter sehe beim Lesen, bin ich normalerweise sehr genügsam. Bergziege nichts dagegen.
Also wieder Haas, und selten hat mich ein Autor so geprägt, um nicht zu sagen: In meine Träume verfolgt, wie Haas. Alp nichts dagegen. Ich träume in dieser Sprache, weil dings. Hyäne nichts dagegen.
Unbedingter Lesebefehl.
Meinung zu Herrndorf vielleicht später mal. Meinung immer heikel, weil dings.
sopran - Fr, 16. Feb, 13:44


