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Tatort #655: Das Ende des Schweigens (NDR)

Als ich das letzte Mal Borowski sah, fuhr er mit der Stena Line zwischen Kiel und Göteborg hin und her. Hier in Anderswo gibt es zwei Möglichkeiten, das Wohnzimmer zu heizen und eine Dritte, um es darin auszuhalten für 90 Minuten. Die erste ist, den ganzen Tag bei offener Wohnzimmertür den Holzofen in der Küche am Laufen zu halten. Heute ließ sich das Haus aber besser durch Fensteröffnen heizen: Draußen 18 Grad, innen nun ja. Die Zweite ist, bei geschlossener Wohnzimmertür den Elektroradiator anzumachen. Die Dritte verlangt eine Wolldecke und dass man nicht allein ist.

Heute Dritte. Mein erster Tatort in Anderswo. Impeccable, und nach sieben Minuten ist die unerträgliche Psychologin noch nicht aufgetaucht. Die Tote auch noch nicht, die ist ja vielleicht gar nicht tot. Heute übrigens Krankenschwesterntag, in dem Krimi, den ich gelesen habe ("Komm süßer Tod" von Wolf Haas), in der Nachbarschaft und jetzt im Tatort.

20:24 Uhr, leider jetzt doch die Psychologin, schicke Kaffeemaschine, beschissene Bluse, altrosa Seide.

Hat der Borowski letztes Mal auch schon allein gearbeitet? Ohne Assistenten?

Dass Susanne Lothar jetzt nur noch durchgedrehte Mütter spielt, ok, bin schon wieder im Thema, aber zeigt mir doch auch wieder, wie alt ich geworden bin. Letzten Sonntag - leider muss ich sagen - "Die Klavierspielerin" gesehen, von DVD, das war am letzten Tag vor der Schüssel, deshalb DVD. Die hatte ich gekauft wegen Isabel Üppär und irgendwie auch wegen Jelinek, weil ich Geschichten mit Müttern einfach nicht runterkriege, nicht als Buch, aber Huppert, naja. Und Susanne Lothar bekloppte Mutter, nicht von Huppert, das war die Girardot, sondern von der begabten kleinen Schubert-Pianistin, der die Huppert die Finger zerschneidet. Viel zerschnittene Finger die Tage, im Film, im Buch - dem Simon Brenner vom Wof Haas wird im zweiten Band ein Kleiner abgehackt, zwei Liter Blutverlust -, in echt, und auch der Tatort fängt mit Blut von Finger auf Apfel an. Jetzt ist mal gut damit.

Susanne Lothar aber erste Sahne. Roter Koffer, rote Schuhe, jede Menge dummes Zeug quasseln. Tochter schüttet ihr das Blumenwasser ins Gesicht, recht so. Die Uhren-Kovac-Tochter ("Schandor, nicht Sandor") ist süß. Muss ich selber sagen, weil der das früher immer sagte erst übermorgen kommt und vorm nächsten Tatort schon wieder weg ist.

Seit der Assistent gekündigt hat, taucht diese Psychologin noch öfter auf. Und geht dann nicht wieder weg.

SPUSI! (Die können doch nicht selber den Garten umgraben)

Wer's war, weiß ich immer noch nicht. Thomas Heinze wegen bekannter Schauspieler, aber zu offensichtlich. Susanne Lothar. Schöne Rolle aber für den sonst so weichgespülten Heinze.

Wenigstens haben sie beim nächtlichen Buddeln endlich die erste Leiche gefunden. Trotzdem könnte endlich mal was passieren, ist schon 21:06 Uhr und immer noch nichts passiert, wenig Blut, wenig Leichen, und es ist überhaupt noch nicht gedschossen worden. Wird womöglich auch nicht, und das gibt natürlich Abzüge in der A-Note. B versaut eh die Psychologin.
Lu (Gast) - Mo, 12. Feb, 09:31

komm, der spruch, das nun etwas passieren müsste, das es noch als reflex durchgeht, den fand ich richtig gut, ich kicherte sogar ganz knapp.

erasmus von meppen (Gast) - Mo, 12. Feb, 12:32

Ich fand die Rotzgöre Maxi viel schlimmer als die Psychologin. Und das unhöfliche Blag von Borowski sollte auch schleunigst rausgeschrieben werden! Unerträglich, diese Krimis mit ungezogenen (Spät-)Pubertierenden! Wann hat das endlich mal ein Ende?
Die beste Szene war die auf dem Flur des Präsidiums mit Borowski, Vorgesetztem und Polizist. Überhaupt sind die Szenen mit dem Vorgesetzten, der immer "Klaus ...!" sagt, am ulkigsten.
Thomas Heinze steht der Muschibart ausgezeichnet. Hat mir erstaunlicherweise gefallen, das Spiel von Heinze. Und Susanne Lothar auch.
Der Milberg, ja nu, so ganz eins mit seiner Rolle ist er wohl noch nicht. Und die Wortkargheit wirkt manchmal sehr gewollt. Aber eigentlich ein guter Typ.
Mein Vorschlag: Werft die Tochter und die Psychologin aus der Sendung, und laßt den Borowski mal alleine machen!*

* Was gäbe ich z.B. dafür, wenn der Edgar Selge endlich mal ohne Gaby Dohm oder Michaela May seine Fälle lösen könnte! Aber das wird ja wohl nichts mehr.

Lu (Gast) - Mo, 12. Feb, 12:51

die tochter, die musste ich sofort verdrängen!
404 - Mo, 12. Feb, 12:42

Kieler Tatorte

Ich finde, es sind mit die besten Tatorte mit dem grandiosen Borowski! Aber was hast du andauernd gegen die Psychologin? Da lässt sich nur vermuten ...

Die Spannung, die zwischen ihr und Borowski erzeugt wird, ist wirklich groß, sehr intensiv. Zudem ist sie äußerst attraktiv und sehr gewitzt. Ich finde diese Mischung mehr als gelungen.

Der einzige Schwachpunkt gestern war das Auffinden der Leiche, weil zu unrealistisch.
In Manchem stimme ich dir aber zu. Die Mutter war toll, der vermeintliche Mörder etwas zu dick angelegt.

sopran (Gast) - Mo, 12. Feb, 13:02

brating

ist das Wort, das ich eingeben soll, das finde ich so schön, dass ich mich gar nicht einloggen will. Es gibt einen Fachausdruck für diese Wörter, weiß den noch jemand?

Die Psychologin ist über-haupt nicht attraktiv, außerdem spielt sie Scheiße und hat hölzernen, wenn nicht gleich: holzhosigen Text, schlimme Blusen und leierige Stimme. Am Anfang war's besser, als Borowski noch raushängen ließ, dass er sie auch furchtbar findet. Sie mussten ja irgendwann wegen Borowskis Ausländerfeindlichkeit den muslimischen Assistenten rausschmeißen, da ist sie ganz gemein in die Lücke. Raffiniertes Luder. Im Übrigen: Was Erasmus sagt.
404 - Mo, 12. Feb, 14:58

Raffiniertes Luder

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das Spiel von Maren Eggert, der Psychologin, beschreiben soll, was mir genau daran gefällt. Sie hat auf jeden Fall etwas. Ihre Attraktivität ist eigentlich eine gewisse Erotik, leicht unterkühlt, sehr ruhig, sehr intellegent, provokant und köperbetont - und schlagfertig.

Ja, dass der türkisch-stämmige Assistent ging, weil Borowski Fehler gemacht hat (die durchaus nachvollziehbar waren), ist bedauerlich. Aber konsequent.

Borowski und Jung hatten ja mal was. Das haben sie aber schnell wieder sein gelassen. Und von dieser Spannung lebt diese Beziehung jetzt. Sehr schön die Szene am Schluß, als sie sehr lässig und sehr ruhig, fast beiläufig sagte, dass ihr neues Thema LIEBE sei. Und Browski nach der - klassischen - Schweigepause plötzlich los musste ... das fand ich köstlich! Weil sie dann sagte, es sei ein Scherz gewesen, ein Scherz!

Nein, die ist schon mein Typ!
3;0)>
sopran - Mo, 12. Feb, 13:09

Habe übrigens eben bemerkt, dass die Hälfte gestern gar nicht mitgekommen ist, die zweite Hälfte nämlich, in der ich immerzu schreie: Die Ehefrau war's, immer war's die Ehefrau. So ab 21:23 Uhr etwa. Dann fiel mir auf, dass alles ganz süß in knallrot und apfelgrün war, schon der Anfang, knallrotes Blut auf apfelgrünen Apfel, dann Susanne Lothar (hat jemand die Funktion dieser Rolle verstanden?) knallrote Schuhe, knallroter Koffer. Psychologinnenzimmer: Apfelgrüner Anstrich. Garagenbeleuchtung: Apfelgrün. Kellerbeleichtung (wo Borowski der kleinen Maxi nachschleicht): Knallrot.

Und es MUSSTE ja die Ehefrau sein, weil erstens immer die Ehefrau und zweitens. Heinze viel zu einfach. Maxi viel zu tragisch. Und es ja eine Frauenhand war, die am Anfang das Handy vom Opfer in die Schlei oder Förde oder wie's heißt hat plumpsen lassen.

Geschossen wird auch nicht, obwohl sie ein paar gute Gelegenheiten hatten.

So viel los war hier übrigens lange nicht mehr, hier im Blog meine ich, im Tatort war schon mehr los, aber Hallo. Hat sich die Schüssel (89 Euro, Montage 150 Euro) doch irgendwie gelohnt, ideell.

blue sky - Mo, 12. Feb, 16:36

Ich kann 404 nur zustimmen, die latente Spannung zwischen der Psychologin und Borowski macht Spaß. (Wobei mir Maren Eggert vermutlich auch das Telefonbuch vorlesen könnte. Was für eine Ausstrahlung.)

Insgesamt fand ich den Tatort ziemlich zerfahren, dieses permanente Hinundhergefahre, außerdem habe ich wohl verpasst, wie jetzt die Leiche in ihren Garten gekommen ist, wenn sie doch zuletzt bei der Ehefrau geklingelt hat. Warum er seine Ehefrau überhaupt schützt, wo zwischen ihnen doch offenbar Eiszeit herrschte und welche Rolle die Mutter spielen sollte (außer als Wand, gegen die alle laufen mussten, die was von ihr wollten), hab ich auch nicht begriffen.

Aber egal. Milberg und Eggert entschuldigen für Vieles.
sopran - Di, 13. Feb, 13:05

Freunde, so kommen wir hier wirklich nicht zusammen.
Die Frau ist doch gerade in die Umlaufbahn geschossen, um das obere Ende der nach oben offenen Unerotisch-Skala zu finden. Da hat ja sogar das UFo aus Ludwigshafen mehr Ausstrahlung.
jirjen?! (Gast) - Mo, 19. Feb, 16:31

Vor allem: war das Borowski-Töchterlein im letzten Tatort nicht noch Urlaubsumgangsrecht al kurz bei Papi. Oder bin ich auf ne Wiederholung reingefallen?!

yeoman - Mi, 28. Okt, 08:46

Die Psychologin ist Oberklasse mein lieber

Scheint als hättest Du einen leichten Komplex was Frauen angeht. Die Psychologien Frieda Jung (Maren Eggert) spielt Ihre Rolle einfach (Ober)klasse. Weit weg der austauschbaren Barbiegesichter die man sonst im deutschen Fernsehen "bewundern" darf.
Kaum spielt mal eine Frau eine Charakterrolle kommen einige und ärgern sich das die Regie die Rolle nicht mit irgendeiner DSDS Silikondomina besetzt hat die ständig (halb)nackjt durchs Bild rennt.
Tatort

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Die Psychologin ist Oberklasse...
Scheint als hättest Du einen leichten Komplex...
yeoman - Mi, 28. Okt, 08:46
Penis
oh mann....noch mehr Bekloppte....der Penis war schrumpelig...
Hans (Gast) - Do, 1. Okt, 14:25
Fad????
Der war super! wer darf denn hier alles Kritiken schreiben??
Hans (Gast) - Do, 1. Okt, 14:22
Na zumindest der Anfang...
Ganz so fad war der Tatort dann doch nicht! Kurt Nagel,...
Tom (Gast) - So, 25. Jan, 13:30

sopran - Fr, 28. Mrz, 16:36

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