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Tatort #648: Das verlorene Kind (BR)

Verzeihung. Ich schaltete um 20.25 Uhr ein, da wurde gerade der behinderte junge Mann gefunden, dann tauchte Lena Stolze auf und eine Blonde mit Pferdeschwanz, von der ich dachte, die ist bestimmt in einem anderen Tatort Polizeipsychologin, stattdessen aber war das Sophie von Kessel, habe ich dann nachgelesen. Ab 20.35 Uhr telefoniert, also ausgemacht.

Also: Ich hab's verpasst, aber mit Freuden, war mir schon die 10 Minuten too much, bestimmt ein ganz alter Familienkram, alle traumatisiert oder so und dann war's ganz wer anders, jedenfalls nicht der Behinderte. Aber einmal, in Stuttgart, da war's doch der Behinderte, und das war auch schon das Beste an dem Stuttgarter Tatort.

Also: Wer hat mehr gesehen?
Nachtblau - Mo, 27. Nov, 00:48

Hier, ich, fast alles, und ich wusste bald wer der Mörder war, juhu :)

sopran - Mo, 27. Nov, 16:10

Und, wer war's?
Nachtblau - Mo, 27. Nov, 22:56

Der böse Mann der Tochter des Opfers- und wiedermal gings nur ums Geld
nordlicht (Gast) - Mo, 27. Nov, 08:46

Ich habs gesehen. War eher mäßig bis lauwarm. Im Nachhinein wäre Abschalten und ein gutes Buch[tm] zur Hand nehmen die bessere Alternative gewesen.

sopran - Mo, 27. Nov, 16:09

Danke, das beruhigt mich. Ich habe tatsächlich Besseres getan und es keine Sekunde bereut.
ConAlma - Mo, 27. Nov, 11:25

Ich hab Garnelenfondue gegessen und bei Sibelius Violinkonzert ins Kaminfeuer geblickt ...

sopran - Mo, 27. Nov, 16:08

Garnelenfondue statt Tatort! Das kann ich verzeihen, wenn Sie hier das Rezept einstellen. Was die Gewichtung angeht, haben Sie auf jeden Fall richtig gehandelt, Conalma!
ConAlma - Mo, 27. Nov, 16:22

Ich wurde bekocht ... dennoch, ein Versuch:

Im Fonduetopf wartete eine Suppe, die rohen Garnelen lagen in einem Schälchen neben dem Teller; es gab Knoblauchsauce, Currysauce und selbsteingekochte Preiselbeeren, in hauchfeine Streifen geschnittenes gedünstetes Wurzelgemüse (Karotten, Sellerie) und etwas Reis.

So war denn nichts anderes zu tun als die Garnelen wenige Minuten in die heiße Suppe zu halten und dann in die Sauce der Wahl zu tunken, dazu tranken wir eine Flaschen Lugana Ca' dei Frati.
erasmus von meppen - Mo, 27. Nov, 22:48

Ich mag Batic und Leitmayr. Sie stapfen unprätentiös sympathisch durch die Handlung. Batic darf zwischendurch mal einen Wutanfall kriegen, weil er ein heißblütiger Kroate ist.
Es wurde dankenswerterweise in keiner Szene betroffen geflüstert. Großes Plus!
Die Darstellung des geistig behinderten Verdächtigen hat mir gut gefallen.
Man ahnte bereits in der ersten Szene von Max Herbrechter, daß er der Täter gewesen sein mußte. Nach etwa einer Dreiviertelstunde wußte man es, nachdem keine weiteren Personen eingeführt worden waren, außer einem zufälligerweise kroatischen (!) Arbeiter, der eine wertvolle Uhr hatte mitgehen lassen.
Naja. Irgendwie putzig, das alles.
Blödes Drehbuch, gute Darsteller. Das gefällt mir jedenfalls besser als umgekehrt.

sopran - Mo, 27. Nov, 22:57

Ach, der war's wirklich?
So billig hätte ich es dem Drehbuch nicht zugetraut. Ich sah ihn nur im Wohnzimmer sitzen, draußen Lena Stolze mit einem Kind auf dem Arm, da sah er so mörderisch aus. Ja mei.
wasweissich - Mo, 27. Nov, 23:11

Ich stimme Erasmus von Meppen vollkommen zu. Die Darstellung des Behinderten war sehr gut - und mich freut sowas ja immer total, weil Behinderte ja viel zu selten im Fernsehen vorkommen und wenn, dann meistens nicht richtig dargestellt. In meiner subjektiven Wahrnehmung war das ein so großes Plus, dass mich die blöde Handlung kaum gestört hat. Blödes Drehbuch, gute Darsteller halt. Erasmus hat es bestens getroffen. (Eine Kollegin von mir meinte heute, sie würde jetzt aufhören, Tatort zu gucken, obwohl ihr diese Sonntagabendroutine so gut gefällt, weil die einfach zu schlecht werden, naja, mal sehen. Man gibt diese Sonntagabendroutine ja auch nicht gerne auf.)
takariko (Gast) - Di, 28. Nov, 08:04

Farblos

Ich dachte, die Mattscheibe wäre dreckig. Alles so grün und braun überall. Die Kommissare tappen am hellichten Tage mit Taschenlampen durch eine Wohnung, die wirkt, wie der Keller. Das ist Kunst.

sopran - Di, 28. Nov, 17:16

"Grimmepreis" heißt das gängige Schimpfwort für sowas.

Nachtrag I:
Habe ich übrigens schon mal bei einem Müncher Tatort bemerkt.

Nachtrag II:
(Und geschrieben, bevor ich bei Erasmus von Meppen was über Grimmepreis und Tatort gelesen hatte)
sunny (Gast) - Di, 28. Nov, 19:44

also, also... ich fand die darstellung des behinderten absolut misslungen - das war eine katastrophe. zum einen war er hüpfendes männchen an einer bushaltestelle, der einem kind zuwinkt und zum anderen so eine art brüllender löwe. und ich kenne behinderte und deswegen - schauderhaft. das drehbuch war sowieso eine katastrophe. da erklingt die tatortmelodie auf dem handy des einen kommisars (weiß gerade nicht welcher) und er rennt zum tatort und sagt zu der schwester des bruders, die gerade in irgendwelchen papieren rumwühlt - sie sind hier an einem tatort. (das war der moment wo ich das gerade nachgefüllte glas komplett geleert habe) und so weiter und so weiter. das licht - alles im keller. in einer einstellung waren alle darsteller komplett schwarz und der hintergrund milchig blassblau - völlig zusammenhanglos.
croco (Gast) - Mi, 29. Nov, 19:20

der Mörder war doch der Schwager, der den Behinderten noch fast den Hang hat hinabsausen lassen. Der Hubsscrheuber war aber innerhalb von Sekunden daund sie haben auch sofort die Stelle in den Bergen gefunden, wo der Schwager und der Behinderte rumkletterten..Jedenfalls konnte der Behinderte auf den Aufnahmeknopf bei seinem Kassettenrekorder drücken, was bis dahin noch keiner festgestellt hatte.Sonst wär der Mörder nicht entdeckt worden. Aber so eine Aufnahme darf doch gar nicht vor Gericht verwendet werden, oder? jedenfalls hat falls hatte der Behinderte zum Schluß eine neue Brille aus Metall, immer noch schlimm, und die Zähne waren auch noch gelb. Das war das Schlimmste. Dabei hatten sie doch jetzt das Geld für den Zahnarzt..

erasmus von meppen (Gast) - Do, 30. Nov, 11:09

Gelbe Zähne sind kein schöner Anblick. Aber sowas soll's ja geben. Ich bin kein Behindertenfachmann, aber als ich damals auf einem Ökohof mit Behindertenbetreuung gearbeitet habe, verhielten sich manche exakt wie der Hans im Film. Und in meiner Tätigkeit als Verkäufer erlebe ich auch oft Behinderten-Gruppen. Meiner Ansicht nach war das eine durchaus treffende Darstellung.
Einmal hatte ich mich mit einem Kleinbus voller geistig Behinderter, die ich zu transportieren hatte, im Dunkeln verfahren und stand orientierungslos im Wald. Da machte sich Unruhe breit. Und einer meiner Insassen geriet sukzessive in Panik, und zwar genauso wie der Hans. Rührend, wie manche versuchten, den in Panik Geratenen zu beruhigen. Ich kann Euch was sagen! Ich habe Blut und Wasser geschwitzt. Meine Neigung, in solchen Situationen zu schimpfen wie ein Kesselflicker, mußte ich unterdrücken. Denn sonst wären die alle ausgeflippt. Ich sah sie schon ausbrechen und auf dem Acker herumspringen. Zum Glück behielten einige die halbwegs Ruhe und wirkten auf die anderen ein.
Was Erasmus schon alles erlebt hat! Näänäänäää ...
sopran - Do, 30. Nov, 12:37

Ach, gelbe Zähne, das ist doch nicht das Erste, was man einem Menschen wegnimmt, wenn er wieder in die Zivilisation eintritt. Ich habe seit ich Zähne habe gelbe Zähne. Meine natürliche Farbe. "Eine wunderschöne reine Zwölf", sagt meine Zahnärztin dazu, weil es dafür eine Fertigpaste gibt.

Wenn der Hans nicht eitel ist, soll er doch seine Metallbrille und seine gelben Zähne behalten. Vor dreißig Jahren war das alles normal, ich würde gerne wenigstens geistig Behinderte von dem Zwang befreien, "mit der Mode zu gehen".
takariko (Gast) - Do, 30. Nov, 17:55

Frisurkennung

Früher war es einfacher. Man erkannte sie schon von ferne am praktischen Topfschnitt, im Nacken hoch ausrasiert. Kassengestelle waren gang und gäbe. Ans Zähnebleichen dachte niemand. Goldene Zeiten.

erasmus von meppen (Gast) - Fr, 1. Dez, 17:10

Wer behauptet, er habe keine gelben Zähne, der werfe den ersten Zahnstein!
Selbst meine Zähne, die weltweit als weiß und makellos gepriesen werden, wirken fast senffarben, wenn ich mein Gesicht mit Rasierseife eingepinselt habe und in den Spiegel grinse.
Aber mal ehrlich: Wer möchte schon so aussehen?
sunny (Gast) - Mo, 4. Dez, 12:38

o.k., also ich habe überlegt und einige Aspekte, warum die Darstellung von Hans doch gelungen ist, nehme ich gerne an. Die Sache mit dem Licht - ein Problem aus unserer Mitte - welches wir verstecken wollen -o.k., o.k..
Tatortmelodie auf dem Handy - ja - also ein Augenzwinkern. Großartige schauspielerische Leistungen insgesamt.

Tatort

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