Der Nächste bitte
Dran ist jetzt Clemens Meyer, Als wir träumten, gestern abend las ich den Anfang, ein dickes Buch, das vermutlich nicht besonders gut endet für die Jungen, die sich durch die Leipziger Nächte saufen. Bei Seite 38 eingeschlafen, das Buch ist aber unschuldig daran. Bisher: könnte mal was richtig Erzähltes sein, ich habe noch kein Fehl daran gefunden. Dick, erzählt, Autor zu jung, das hat was Amerikanisches - und das sage ich mit Wohlwollen. Lässt hoffen.Heute will ich aber nicht weiterlesen, denn ich forschte zwischen Mittagessen-bei-Schwiegermutter und nervösem Durchshaustigern dem erneut abgängigen Eins nach. Kann ich jetzt schreiben, denn vor einer Viertelstunde erreichte ich ihn auf dem Mobiltelefon, zum ersten Mal seit 80 Stunden. Er komme jetzt nach Hause und: "Das tut mir alles leid". Dafür möchte ich ihn küssen und prügeln. Stattdessen werde ich ihn wieder zur Schule bringen und auf der Fahrt versuchen, nicht noch mehr Türen zu schließen.
Weiterlesen werde ich, wenn ich den Eindruck habe, dass der Eins sich wieder in eine andere Richtung bewegt. Oder ich mutiger bin als in diesem Augenblick.
Vorab frage ich mich schonmal, ob Herr Meyer auch kurz kann, die ersten 38 Seiten von "Als wir träumten" sind auf lang angelegt, eindeutig.
Bis dahin nehmt den Anfang:
"Ich kenne einen Kinderreim. Ich summe ihn vor mich hin, wenn alles anfängt, in meinem Kopf verrückt zu spielen. Ich glaube, wir haben ihn gesungen, wenn wir auf Kreidevierecken herumsprangen, aber vielleicht habe ich ihn mir selbst ausgedacht oder nur geträumt."
Vorgeschlagen vielleicht von Frau Radisch. Erstmal weiter lesen.
bachmannpreis tage der deutschsprachigen literatur klagenfurt 2006 ingeborg-bachmann-preis
sopran - Mo, 5. Jun, 14:12



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