Studentenstalk
Meine Freundin (nein, nicht diese Freundin, auch wenn die Geschichte ähnlich endet), meine andere Freundin also hatte einen Kommilitonen, auch Medizin, der war ihr nie aufgefallen, zu grau. Sie hatte mal einen Seesack mit in der Vorlesung, weil wir anschließend direkt auf Tour gingen, da stand ihre alte Adresse drauf. Als sie zwei Wochen später zu ihren Eltern kam, kam er ihr am Wendehammer entgegen. Am nächsten Tag klingelte er, die Mutter ließ ihn rein, die war immer sehr freundlich zu den Freunden ihrer Kinder. Er saß dann ein bisschen auf dem Sofa rum, benahm sich manierlich und wollte nicht gehen. Die Mutter rief sie dann an, dass sie mal kommen soll.Sie sagte ihm, er soll mal schön nach Hause gehen, da ging er. Am nächsten Tag kam er wieder. Am vierten Tag ließ die Mutter ihn abholen. Ein paar Monate später bekam meine Freundin einen wirren Liebesbrief von ihm, so eine Therapieaktion wohl, hatten sie ihm in der Landesklinik eingeredet. Dann hörte sie nichts mehr von ihm.
Fünf Jahre später arbeitete sie im Unfallkrankenhaus als Anästhesistin.
Da hatte sie ihn auf dem Tisch, er war von der Victoriabrücke auf die Bahngleise gesprungen. Hoher Querschnitt.
sopran - Mo, 29. Mai, 21:33



Als Taxifahrer hat man allerdings gute Chancen, immer mal wieder Menschen aus seiner Vergangenheit zu treffen, wenn auch meist in besserem Zustand.