Cirque en Anderswo
Die Plakate hängen seit Mittwoch, Cirque, 14., 17.30 Uhr, Place de Village.In den übernächsten, überüberübernächsten usw. Dörfern hängen die gleichen Pappen, 15., 16., 17., jeden Tag ein paar Kilometer weiter.

Am Freitagvormittag kommt der Zirkus, ein Wohnwagen und ein Zirkuswagen, auf dem Sport- und Spielplatz grasen die Tiere. Das sind
1 Lama
1 Esel
2 gefleckte Ponys
1 schwangeres braunes Shetlandpony
1 korsisches Bergschaf
1 Bock mit beeindruckenden Hörnern (Pyrenäenschnucke?)
3 Hunde

Die jüngste Artistin ist acht, sie ist glücklich über die Töchter und ihre Vettern, die den ganzen Tag auf dem Spielplatz Fußball spielen zwischen den Ponys. Ihre Mutter wird später Popcorn verkaufen, der Vater ist Clown, Dompteur und Zirkusdirektor, die zweite Frau wird in einer kaputten Netzstrumpfhose auf einem Ball herumtrippeln.
Die Kinder wollen in den Zirkus. Der Eintritt kostet 6 Euro pro Kind, Erwachsene 8, Stuhl 10. Zwischen halb und viertel vor sechs kommen die Zuschauer aus dem Dorf. Eine alte Frau mietet einen Stuhl, die anderen sitzen auf Holzbrettern. Ich wollte die Kinder erst allein gehen lassen, aber das kleine Mädchen hat mich mit ihren großen traurigen Augen angeschaut und gefragt, ob ich auch komme, ob ich fotografiere, sie fotografiere bei ihrer Nummer.

Musik und Ansagen kommen vom Band, das Zirkuszelt ist nicht beleuchtet. Das magere gefleckte Pony macht ein paar alberne Drehungen in der winzigen Manege, es hat schlecht gepflegte Hufe. Ein Hund springt über Stühle und bekommt zur Belohnung Popcorn. Heloise, das korsische Bergschaf, klettert auf einen Turm aus Hockern und verbeugt sich anmutig in zweieinhalb Meter Höhe. Die Artistin macht ein paar Bodenturnübungen auf abgetretenen Orientteppichen. Die Drei: "Das kann die Mina auch, die ist totaaaal gelenkig". Das kleine Mädchen macht eine Hoolahoop-Nummer. Die Drei: "Ist ja nicht gerade schwierig." Dann aber mit zehn Reifen, das muss weh tun, das Mädchen sieht ein bisschen unglücklich aus dabei.

Nach ihrem Auftritt setzt sie sich wieder neben mich auf das Zuschauerbrett.
In der Pause soll man Popcorn kaufen, Luftballons und Fähnchen.
Die Engländer kaufen Popcorn, die Franzosen Ballons und Fähnchen.
Das Mädchen zieht wieder den roten Trainingsanzug an. Ob meine "filles" nachher noch draußen bleiben zum Spielen, fragt sie mich. Meine filles können kein Französisch, aber ihre Vettern übersetzen.

Der Clown spielt Trompete, es ist albern und laut, er hat einen angemalten Hut aus Plastik an.
Ich fand Clowns schon als Kind doof.

Das schwangere Shetlandpony springt höher als es groß ist. Es wird noch ein wenig jongliert, nach einer guten Stunde ist Schluss.
Bis das Zelt abgebaut ist, dürfen die Kinder noch draußen bleiben. Am späteren Abend ist vom Zirkus nichts mehr zu sehen.
Lama, Esel, Bock, 2 Hunde und 1 Pony kamen nicht vor.
sopran - Sa, 15. Apr, 22:02



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