Heute abend Kempowski hören.

Heute abend gehe ich zur einer Lesung. Nein, keine Bloglesung. Walter Kempowski liest irgendwas,
Im Januar 1983 war ich mit Freundin Susanne bei einem Literaturseminar bei Kempowski in Nartum, mit 14. Die Schule gab uns einen Tag frei, und schon über Kennenlernen bei Lesung-Anmeldung zum Seminar usw. hatte sich ein kleiner Briefwechsel mit Herrn Kempowski ergeben. Siehe unten.
Nach "Heimat" wird er natürlich gefragt im Radio. Darum geht es ja auch in diesem neuen Tagebuch, "Hamit". Warum es nicht einfach Heimat heißt. Das ginge ja nun nicht mehr seit Reitz, "Heimat eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht... Nein, das ist vorbei." Und erklärt dem Moderator, den er wohl für etwas doof hält: "ROSTOCK. Das ist meine Heimatstadt. Rostock. In Meecklenburg." Falls das jemand noch nicht wusste.
Ob er seine Gefühlslage beschreiben könne im Jahr 1990, politische Veränderungen, Ende der DDR usw.
Kempowski: "Von Idioten umstellt." Und dass man "italienische Operetten" gespielt habe am 3. Oktober, statt "Nun danket alle Gott" zu singen.
Und zum Schluss die Frage, wo er seine innere Heimat suche. Antwort: "Beim lieben Gott wohl". Moderator: Äh, das verstehe ich jetzt nicht ganz, können Sie mir das erklären? (Was gibt es da zu erklären?) Kempowski nun schon ziemlich gereizt: "Wo findet die Seele die Heimat die Ruhe", müssen Sie mal gehen, sich ein Gesangbuch kaufen, nich, da finden Sie das!"
Ich werde ihm ein paar Fotos von 1983 mitbringen und eine Aufnahme von "Der Mond ist aufgegangen" im Satz von Reger.
sopran - Sa, 18. Mrz, 10:27


