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Donnerstag, 11. Oktober 2007

Bloggen nach Kempowski 1

T: Ich bin paddelfertig und will nicht aufwachen, weil der Neoprenanzug so schön warm ist. (Tatsächlich habe ich mich für die Nacht in eine Pferdedeckt gewickelt.

Lit: Buchpreisbuch, Julia Franck: "Marthas Stimme kratzte, sie zog mit der anderen Hand Helenes Kopf zu sich und drückte ihren Mund auf Helenes Mund." Unverständlich, dieser Vorwurf aus der FAS, die Sprache sei zu sauber. Wie die Vorwürfe der Verniedlichung damals an Kempowski. Wer darauf reinfällt und nicht unter die Oberfläche sieht, ist einfach zu doof. Es geht um Kontraste. Ob das bei Franck gelungen ist, dazu bilde ich mir später eine Meinung.

Bild: "Nazis bejubeln Eva Herman"
Bild.de: "Ist Eva Herman braun oder nur doof?" (Kommentar: Es war ja damals nicht alles schlecht bei der Bild-Zeitung.)

Dass es Konrad Adenauer war, der die erste Autobahn zu verantworten hat, das wird heute auch totgeschwiegen. Wie kann man denn heute noch unbelastet nach Adenau fahren?

ZEIT: Disst Kempowski, wahrscheinlich eingeschnappt über "Ich lese diese Zeitung nicht."

Mus: Jens Friebe, Das mit dem Auto ist egal (neu) "Frau Baron, das Land auf dem ich wohn gehört Ihnen"

Leichtes Reißen im linken Ellenbogen. Kropfüberflüssiger Gerichtstermin in einer niederrheinischen Stadt (Fahrtzeit gesamt: 160 Minuten). Die Bitte, doch nun im schriftlichen Verfahren zu entscheiden, war ignoriert worden. Die Richterin sinnierte darüber, dass sie nun wohl doch mal eine Entscheidung treffen müsse. Nochmal bei juris nachsurfen und ein paar erfahrenere Kollegen fragen. Thank you for sharing (tyfs)

TV: ...

WDR: "Gernhardt ist gestorben und Kempowski auch." Heute mal kein Nobelpreis für Deutschland.

Sopran und das Telekommunikationswesen

Nachdem der Gauner von der Drückerkolonne der Telekom, der uns immer die falschen Verträge unterjubeln wollte, dingfest gemacht ist, habe ich nun endlich mal wieder mit Netcologne zu tun.

Ich erinnere mich nur ungern an die Zeit zurück, als ich wegen Büroumzug meine kleine Kanzlei mehrere Wochen lang vom Mobiltelefon aus führen musste.

Seit spätestens Montag funktioniert nun das Telefon im Büro nicht. Anruf bei Netcologne. Ja, ich habe die ISDN-Anlage bereits selbständig neu gestartet, nein, da leuchtet kein Lämpchen an der NTBA, ja, dies und jenes habe ich auch schon ausprobiert. Nein, Internet auch nicht.

Netcologne: "Da müssen wir Ihnen einen Techniker rausschicken. Der kommt Donnerstag in dem Zeitfenster von 14 bis 18 Uhr."

Innerliches Kreischen. DONNERSTAG. ZEITFENSTER. Kleiner Anfall unter Rest-Contenance, aber nichts zu machen.

Sopran: "Notieren Sie aber doch bitte, dass ich spätestens um 16 Uhr wegmuss."
Netcologne: "Ja, wir melden uns, wenn das nicht klappt."

Heute, 14 Uhr, Büro. Anruf bei Netcologne:

Sopran: "Können Sie mir vielleicht ungefähr sagen, wann der Techniker kommt?"
Netcologne: "Moment." klick. klick. klickklick. "Der wird nicht vor 18.20 Uhr bei Ihnen sein."

Sopran: " - - -"


Sopran: "Heißt das, wenn ich jetzt weggehe und um 18 Uhr wiederkomme, kann ich davon ausgehen, dass der Techniker dann nicht schon da gewesen sein wird?"

Netcologne: (räusper) "Sie haben ein Zeitfenster von 14 bis 18 Uhr, das heißt, der Techniker kann auch früher kommen."

Sopran: "Wird er aber nicht, oder?"
Netcologne: "Nein, wahrscheinlich nicht vor, äh, halb sechs."

Ich gehe also meinen kleinen Kinderabholgeschäften nach, kein Problem das alles, fahre ich halt nachher nochmal ins Büro. Pfff. Kleinigkeit, schon Schlimmeres mitgemacht.

17 Uhr, Anruf auf Mobiltelefon, Netcologne.

Netcologne: "Wir haben jetzt herausgefunden, dass der Fehler in der Vermittlung liegt."
Sopran: "???"
Netcologne: "Das heißt, wir müssen die Meldung an die Deutsche Telekom weiterleiten."
Sopran: "Oh nein."
Netcologne: "Wir schlagen der Telekom einen Termin vor, morgen im Zeitfenster 13 bis 17 Uhr."
Sopran: "Ich muss aber spätestens um 15.30 Uhr das Büro verlassen, können Sie das notieren?"
Netcologne: "Nein, das Zeitfenster ist 13 bis 17 Uhr."

Post von ... Anne Behnert

From: "Anne"
To: sopran
Subject: Hallo von Anne Behnert.
Date: Thu, 11 Oct 2007 17:01:40 +0200

Ich denke mir so, wir hätten mit dir in einer Schule gelernt.
Es ist halt viel Zeit vorbei und so kannst du dich an mich wohl nicht mehr erinnern.
Und ich kann es immer noch nicht vergessen, wir waren ja beste Freunde.
Erinnerst du dich an jene Spaziergänge nach der Schule? Dies war echt cool, gell?
Es war aber alles nach dem Umzug meiner Eltern zu Ende.
Wir sind in eine andere Stadt gezogen.
Ich musste euch alle von der Schule verlassen und ich fühlte mich so einsam damals, blieb völlig allein und das Gefühl der Einsamkeit deprimierte mich riesig.
Dann habe ich ja neue Kontakte aufgebaut und nun gibt es wieder Freunde, ist längst schon aber eine ganz andere Geschichte!
Und doch erinnere ich mich fast an niemanden von der Schule, also nur an dich.
Ich möchte, dass wir uns weiterhin ständig kommunizieren könnten.
Willst du mal eigentlich sehen, wie ich jetzt aussehe?
Dann bitte sehr meine Homepage besuchen: www.annebehnert.info

Hej, Anne, echt nett, mal wieder was von Dir zu hören.

...

WDR5, Scala:

"... Robert Gernhardt ist gestorben, Walter Kempowski auch."

André Eisermanns erklärt, warum es dieses Jahr keinen deutschen Nobelpreiswürdigen gibt.

Sehr angenehme Stimme übrigens, der Herr Eisermann, auch morgens im Mosaik, aber

Wo ist Friedrich Riehl?




Und wieso dachte ich, Doris Lessing habe den Preis schon 1985 oder so bekommen? Weil ich damals schon Bücher von ihr geschenkt bekam, die mich damals schon nicht interessierten?

...

...und hinten noch eine halbe Seite Grass. Thema: Günter Grass und seine Geburtstagstorte.

Rotierend

Nun ist ja Walter Kempowski extra am Freitagmorgen gestorben, damit die Zeit die letzte ist, die ihren Nachruf bringt. Dass der Literaturteil mit Grass 80stem aufgemacht wird ist der erste Nachtritt. Der Zweite: Dass er sich die dritte Seite mit einer ebenfalls toten Marianne Fritz teilen muss. Und es geht so weiter: Kein Literaturredakteur, nicht die wirre Chefin, sondern Freund Harig schreibt als Gast. Ganz nett als Zugabe, wenn das aber alles ist, was die Zeit ihrem Anzeigenkunden über Jahrzehnte gönnt. "Ich lese diese Zeitung nicht", zitierte die FAS ihn am vergangenen Sonntag. Aufs Nartumer Grab gelegt: Zu Recht.

Und wo ist eigentlich Raddatz, der alte Angeber?



(Wo wohl? Vorne bei Grass natürlich.)

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