Unentschuldigt ins Wasser gefallen
ist das Bloggen hier in der vorigen Woche. Und ich bin es auch.Das Alpenwildwasser floß ohne uns Richtung Mittelmeer, dieses Mal. Aus Gründen musste ich im Rheinland bleiben. Dank ergiebiger Regenfälle Ende September stand nicht nur den Eiflern sondern auch ihren Flüssen das Wasser bis zum Hals. Noch ein, zwei Tage abfließen lassen. So bepaddelten wir erst die Ahr und dann die Kyll, sowie in zwei Etappen eifelfern die Sieg. Oder Siech, wie es hier heißt. Die wilde Ortsdurchfahrt von Monschau sahen wir uns nur vom Ufer aus an. Rur heißt der Fluß dort. RUR. Der ausm dritten Fernsehen mit dem Oldtimer war gerade da und ließ sich filmen, als wir mit den Töchtern im Straßencafé saßen. Wunderschönes NRW oder Zauberhaftes Rheinland oder Heimat, die ich meine oder wie die Sendung heißt. Was für eine öde Angelegenheit dieses Gefilmtwerden doch ist. Herumstehen. "Jetzt mal da lang gehen, danke." Gehen. Rumstehen. "Jetzt nochmal über die Brücke." Rumstehen. "Und noch einmal über die Brücke."
Monschau ist ein schlimmer Touristenpuff, aber das natürlich zu Recht. Wasser war schon weg, als wir da waren, aber das Wehr mit dem schönen Namen "Favoritentöter" beeindruckte uns schon. Schön weiter üben, dann fahren wir da auch mal runter.
In Gerolstein am Sprudelwerk legten wir ab. Enten und Fliegenfischer sprachen mit uns. Ein schönes Flüsschen und gut, mal ein paar dieser gefährlichen Wehre herunterzufahren, die wir sonst immer umgetragen haben. Das höchste gefährlichste mit der Walze im Unterwasser, also, das war vielleicht hoch, mannomann, jedenfalls überhaupt kein Problem, da runterzufahren, total isi. Ich fuhr vor, und war wirklich isi, also viel isiger als gedacht.
Jetzt ist, wo Strömung ist, auch wiederum Nichtströmung. Diese Nichtströmung heißt Kehrwasser und verhält sich je nach Unterschied wie Betonwand zu Autobahnfahren. Ich in meinem Boot jetzt Auto, Wehrströmung Autobahn, Kehrwasser Betonwand. Freu ich mich, dass es so schön strömt, ab ins Kehrwasser, um auf F. zu warten, aber Betonwand unterschätzt und platsch fall ich um. Der Gedanke, dass ich ja streng genommen die Inuitierung beherrsche, kam mir nicht. Ich aber immerhin ganz cool die Spritzdecke aufgemacht und unter Wasser ausgestiegen. Seltsamerweise stand ich dann bis zum Bauch im Wasser, Paddel in der einen, Boot in der anderen Hand und musste ob meiner Lächerlichkeit so lachen, dass mir - obacht - die Lachtränen die Beine hinunterliefen. Nein, das waren doch keine Lachtränen, dazu war das Wasser entschieden zu kalt (13°C).
Der F. machte ich eine große Freude, sie ist nämlich früher immer ins Wasser gefallen, bis ich dann damit anfing. Und hoffentlich direkt wieder aufhörte. Sie wunderte sich auch nur ein bisschen, als ich ihr von unten nach oben winkte, das sei alles kein Proble-he-m, völlig ungefährlich, einfach fahren.
Ein zauberhaftes Flüsschen, diese Kyll.
sopran - Mo, 8. Okt, 20:59


