Tatort #674: A gmahde Wiesn (BR)
Hübsch fotografiert, die Wiesn in der Dämmerung. Und der Ivo geht mit seiner neuen Freundin ins Hotel. “Du bist ja ein richtiger Romantiker”. Hübsche Drehschalter haben sie da in dem Hotel, in dem der Rilke schon abgestiegen ist. Ich finde fickende Kommissare weniger interessant alHoppla. Schüsse. Nach sechs Minuten. Im Hotel, auf den Ivo.
Rückblende: “2 Tage vorher” - au weia. Bekloppte Sawatzki lässt grüßen. Oder, wie Maurermeister P., ein Freund des Einwortsatzes, sagen würde: “Grimme”.
Da waren sie in den vermutliche Bogenhausener Villengarten gerufen worden. Die hübsche rumänische Putzfrau (zu jung und schön, um nicht mehr aufzutreten) hat die Leiche im Schwimmteich gefunden, erst verprügelt, dann erschossen, dann Teich. Von der werden wir noch hören.
Der fotogene Dackel trägt ein rotes Halsband mit goldenen. Dackeln. Er heißt Lupus. Wie der Mensch dem Menschen. Bestimmt ein Zeichen.
In weiteren Rollen: Monika Baumgartner und Bettina Redlich. Die moppelige Tochter der wunderbaren Hausmeisterin.
Unter Studiobedingungen die Zeugenaussagen, das ist auch Grimme, schwarzer Hintergrund, grauer Tisch, Frontale. Ein Weib nach dem Anderen plaudert aus dem Nähkästchen. Ich fasse zusammen, bis 20:27 Uhr: Der "schmissige Hubsi" ist tot, Stadtrat, für die Wiesnlizenzen verantwortlich. Und in zwei Tagen wird im Hotelzimmer auf den Ivo geschossen. In den zwei Tagen muss er auch noch den blonden Schuss kennenlernen.
Oh. Der blonde Schuss ist die Tochter von Monika Baumgartner, die auch Wiesn-Wirtin ist. Oder ist die nur so ähnlich blond? Joh, ist sie. Die Tochter von Frau Buck, der die Erweiterung des Bierzeltes verboten worden war. Die blonde Eveline Buck gräbt den Ivo an. Dann gibt es noch die Hausmeistertochter mit Bruder, ganz teure Sicherheitsauflagen dieses Jahr, die haben so ein olles Nostalgiekarussel. Voll in die Kitschfalle getappt, quasi: Fuß voll Scheiße.
20:46 Uhr, bisher: Alle verdächtig. Keiner traurig.
Die Eveline kommt schon am ersten Abend beim Ivo zum Zuge (Kf. zu Zungenkuss, vorerst). Ich versuche nebenbei, einen Flug zu buchen, aber das Internet verhält sich träge, wer der Mörder ist, interessiert mich nicht, wir haben noch nichts über das Opfer erfahren, das ist eine oberflächliche Geschichte bisher. Irgendeiner von den Wiesnfritzen wird's schon gewesen sein. Das ist mir zu viel München. München ist eine der vorletzten Städte, in denen ich würde leben wollen. Ich geh dann vielleicht doch mal zu Alt und Bariton rüber, die feiern noch ein bisschen ihre Verheiratung nach.
So. Inzwischen 21:27 Uhr, und wir sind wieder am Anfang angekommen, also zwei Tage später. Ivo mit Eveline im Hotel. Unten Überfall auf den Portier. Ryanair lädt meine Buchung, hoffe ich. Seit ca. vier Minuten. Und jetzt bläst der Pudelmützenkapuzensonnenbrillenmann dem Ivo das Licht aus. Nicht final. Was sieht er? Einen Münchner im Himmel? Nein, Schlimmer, einen Teddybären. Kinderstation.
So. Auf den Ivo hat der Fridolin Zoller geschossen, das ist der Verzweifelte mit dem ollen Karussell. Der Bruder von der Hausmeistertochter. Mit der Eveline läuft's aber gut. Der Zoller, der war auch war beim Serner im Haus, aber wir haben nochzehn Minuten, da wird's wohl der Andere gewesen sein, der Bruder von der Eveline. Neureuter. Bruder? Warum heißt der dann nicht Buck.
Verzeihung, habe schon wieder nicht aufgepasst.
Elinor? Wie war es wirklich?
"Richtig sozialkritisch", murmelt mein Bruder von seinem Internet aus. "Die Wirte, die nehmen den Schaustellern die Plätze weg", und "auf 120 Schulen war mein Vater gewesen". Da war eine Frau beim Serner, sagt er, die hat der Serner in den Schuppen gesperrt, der hatte den Hosenstall offen.
Na, ich sag's doch: Von der Putzfrau werden wir noch hören.
"Gäschubst", sagt sie. Und "er schwach, ich stark".
Hat den geilen Hubsi, den ollen Nichtschwimmer, erledigt.
"Hat so große Teich, aber kann nicht schwimmen. So Deutschland".
Also drei Mörder: Der Timo gehauen, der Zoller geschossen und die Putzfrau gäschubst.
Ozapft is.
sopran - So, 23. Sep, 20:23


