Billigcontent, sollte man meinen
ist der Elternabend. Aber elend vertane Zeit. Die Lehrer, so eine Erfahrung, können nichts dafür. Es sind die Eltern. Nein. Es sind die Väter. Nach drei Stunden sind endlich alle Termine verkündet, alle Ämter besetzt, alle freiwilligen Pflichtbeiträge eingesammelt, alle Kuchenbackpflichten verteilt. Da meldet sich ein Herr zu Wort. Was denn die Schule zu tun gedenke, um die Kinder künftig auch in den Ferien zu betreuen. "Nichts", lautet die richtige Antwort, ein Sternchen für den Klassenlehrer. Aber er habe doch seine Kinder extra in diesem Gymnasium mit dem Ganztagsangebot angemeldet. "Vielleicht können Sie das beim nächsten Elternabend im November noch einmal ansprechen", versucht die Kollegin zu retten. "Aber dann sind die Ferien ja schon vorbei". Es folgt ein längerer Vortrag darüber, dass die Schule sich diesem Thema stellen müsse. Netter Versuch der Lehrerin: "Wir stellen uns dem Thema, wenn es sich stellt." Begründung des Vaters: Nun kennen ja bald alle Grundschuleltern die Ferienbetreuung aus der offenen Ganztagsschule, da MUSS sich das Gymnasium... WIR KÖNNEN JA MAL RUMFRAGEN, WER DAS PROBLEM AUCH HAT. Scheinen aber alle inzwischen anders zu lösen. Ich so: "Irgendwann sind die ja auch groß genug, mal zu Hause zu bleiben oder ins Ferienlager zu fahren". Oder auf den Ponyhof, denke ich, und: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Diese zwei wackeren Lehrergestalten da vorne können jedenfalls weder etwas dafür noch etwas dagegen.Geht hin in Frieden.
Nächstes Mal bitte vor 22 Uhr.
Löblich allerdings: In der Vorstellungsrunde nannte jeder nur seinen Namen, den des Kindes und die Herkunftsgrundschule. Keine weltanschaulichen Bedenken gegen Weihnachtsbasare, keine Forderungen nach makrobiotischer Schulspeisung... Schlimmer geht immer.
sopran - Do, 9. Aug, 23:12


