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Paulus schrieb an die Apatschen: Ihr sollt nicht nach der Predigt klatschen.(Robert Gernhardt)
Die herzförmige Platane hat über Pfingsten Blätter bekommen. Gestern morgen trug sie einen Anschlag, einen "Avis Sepultre". Man treffe sich um 15 Uhr auf dem Friedhof. Das Wetter schlägt am frühen Nachmittag um. Beerdigungswetter mit Dauerplatzregen. Tout Cenne ist auf den Beinen, zumindest alle Schirme des Dorfs. "Meine Schirme sind schon auf dem Friedhof", sagt die alte Madame S., die nur Mann und Sohn schickt. Ich stehe unter dem der Voisine Mongoliere, er ist schwarz. Dazu die Künstler- und Alternativen-Szene der Umgebung, Mitschülereltern. Viele schwarze Lederjacken, lange bunte Röcke. Der Verstorbene war der Gitarrenlehrer meines Sohnes. Mit seiner Band trat er auch auf den Dorffesten der Umgebung auf. Sein eigener Sohn geht mit der Vier in die Schule. Hirnschlag über Nacht.
Freunde tragen den Sarg, sie singen Chansons. Am Grab betet der Pfarrer den 23. Psalm. Wenn ich die Wortfetzen, die durch den Regen dringen, richtig verstehe. Nach einer längeren Pause klatschen alle. Beifall für den Toten? Eine freundliche Geste. Es wird geweint und gelacht, wie immer auf Beerdigungen. Immer wird auch gelacht. Ein Schwarzer singt alleine "Swing low sweet chariot".
Der Regen lässt nach, als wir auf dem Heimweg sind. Ich möchte, wenn ich tot gehe, auch in einem Dorf leben.
sopran - Fr, 1. Jun, 08:44


