Nun ist es wahrscheinlich nicht einfach, immer bezahlbare und gute lesbische Filme für solche Gelegenheiten zu finden. "Sevigné" hat auf irgendeinem Festival sogar irgendeinen Preis geworden, Publikumspreis. Was ein schlechtes Licht wirft.
Alternativen z.B.:
"If these walls could talk 2" mit Vanessa Redgrave, Sharon Stone, Chloë Sevigny
"High Art" mit Ally Sheedy und Radha Mitchell
"Female Perversions"
Ganz normale Filme, für die man glaube ich nicht unbedingt lesbisch sein muss.
t.b.c.
und Tipps gerne in den Kommentaren.
(Schwierig allerdings: Bücher, in denen Lesben vorkommen. "Korrekturen" natürlich. Sonst viel Schmonzetten-Kram, z.B. die Groschenromane von Miriam Müntefering)
Füge hinzu
Süß:
Raus aus Amal
Hat schon jemand "
Vier Minuten" gesehen?
Ich kenne vom selben Regisseur "Scherbentanz", den habe ich gesehen, als ich überträchtig die Vier erwartete und traf im Kino mehrere überträchtige Bekannte. Ich erinnere mich an einige sehr schöne coole Bilder, und dass Jürgen Vogel einen langen Rock anhatte, insgesamt war mir die Geschichte (Bruder, Vater, Mutter, Familiengeheimnisse) sehr verquast.
sopran - Mo, 2. Apr, 19:16
Am Samstag übrigens brauchte ich mir keine Tatortwiederholung anzutun, da war ich nämlich im Kino. Von Anderswo aus muss man schon bis Toulouse fahren, ca. 80 Kilometer, aber zum "
Printemps lesbienne" kann man das ja mal machen. Es waren ca. drei amtierende und wohl eine handvoll ehemalige Männer im sonst gut gefüllten "cinema abc", einer einführenden Ansprache konnte und wollte ich nicht folgen. Die schon erwarteten Probleme mit dem Beamer (das ist bei Frauen jeglicher Ausrichtung leider immer gleich) waren überraschend schnell behoben. Einen zu langen Moment lang rechnete ich damit, den Ton immer um 5 Sekunden verzögert zu hören, man hätte das sicher so gelassen. Noch am Vortag hatten die Veranstalerinnen befürchtet, den Film (DVD!) nur in Schwarz-Weiß zeigen zu können. Ich wüsste gerne, wie das technisch überhaupt möglich ist, vielleicht kann ich mit der Eröffnung eines Retro-Kinos Geld drucken.
Der Film hieß "Sevigné" und war überhaupt kein Film, sondern ein Videodings. Aber das machte nichts, denn er war auch nicht von Filmemachern gemacht, sondern wahrscheinlich von Menschen, die was mit Theater zu tun und eine Handkamera haben. Die beiden Hauptdarstellerinnen waren weder jung noch dünn und sehr attraktiv. Das Videodings war aus Spanien, es wurde sehr schnell geredet, aber netterweise gab es französische Untertitel. Meinetwegen sollten sie auch französische Filme untertiteln, wenn's sein muss sogar französisch. Spanier wiederholen immer irgendwelche Wörter, wenn sie sich aufregen, "problemas problemas problemas".
Kurze Zusammenfassung, weil sonst im Netz schwer zu finden:
Julia Berkowitz ist Theaterregisseurin am Teatro Nacional in Barcelona oder so. Wichtig jedenfalls. Sie war früher Schauspielerin, spielt aber seit dem Tod ihrer Tochter Tanit nicht mehr. Ihr Mann ist ein großer dicker Theaterkritiker. Sie haben getrennte Schlafzimmer, küssen sich aber noch. Frau Berkowitz hat einen jüngeren Liebhaber am Theater, zumindest einmal hatten sie auch Sex, als sie zusammen in Cadaques waren. Wo auch sonst. Madame de Sévigné, die ich irgendwie dem Dunskreis "Gefährliche Liebschaften" zuordne, hat
Liebesbriefe an ihre Tochter geschrieben. Et Marita (schöner Eifler Mädchenname) hat daraus ein Theaterstück gemacht. Marita Dings hat ein sehr langes Theaterstück mit einem sehr langen Namen gemacht. Marita hat auch eine Mutter. Julia hat auch eine Mutter, aber wie schon gesagt, keine Tochter mehr. Man erwähnt später einen weiblichen-Ödipus-Brainfuck. Julia erklärt sich bereit, das Stück zu inszenieren, zuerst setzt man sich aber zusammen und kürzt um ein paarhundert Seiten. Ziemliches Hin und Her. "Nein, das ist nicht mehr mein Stück", dann doch wieder, dann soll Julia es selber spielen, nein, auf keinen Fall, dann doch, weil sie sich inzwischen in Marita verliebt hat. Die will dann nicht, weil Julia nicht mehr weinen kann, nachher weint sie natürlich doch usw. Sie kriegen sich.
Ich musste überhaupt nicht weinen. Oder doch nur sehr, sehr wenig.
Der Kritiker ist ziemlich gut, und am Anfang gibt es ein, zwei sehr lustige Szenen. Die Darstellerin der Marita google ich jetzt nicht nochmal, ich habe irgendwo unbeholfen übersetzt, dass sie in Spanien als "la Woody Allen" gilt. Später ist leider Schluss mit lustig. Oder ich hab nichts mehr verstanden. Aber die anderen lachten auch nicht mehr.
Ziemlich viel Weichzeichner, verschmalzte Musik und doofe Schnitte. Es ist einmal ganz hübsch, wenn jemand einen Weg über einen Platz oder durch eine Hall geht und dazwischen ein paar Meter fehlen. Aber doch nicht jedes Mal. Julia Berkowitz, die Regisseurin, sieht man kurz verträumt an einem Grab sitzen (dem ihrer Tochter, von der man nie erfährt, in welchem Alter sie gestorben ist; da die unbekannte Stück-Autorin Marita oder Marina oder Annabell oder Ariane sie an ihre Tochter erinnert, könnte man so an Mitte Vierzig denken, aber das wäre für eine Mitte-Vierzig-Jährige ein schlechtes Tochteralter).
Mal fahren sie mit dem offenen Cabrio zum Landhaus, dann mit dem offenen Cabrio vom Landhaus zurück, dann mit dem geschlossenen Cabrio zum Landhaus, mit dem offenen zurück, mit dem geschlossenen Cabrio nach Frankreich, mit dem offenen herum, mit dem geschlossenen Cabrio zurück. Straße, Cabrio von vorne, Cabrio von hinten.
Als sie um viertel nach neun erstmals zur Sache zu kommen scheinen, ist alles schwarz-weiß: Nur geträumt, klar.
Unsere Kinonachbarinnen konnten sich nicht einigen, welche der beiden Frauen attraktiver sei, die Blonde zukünftige Ex-Hetera oder die dunkle Lesbe.
Es wurde kein bisschen gevögelt, und sie mussten über die ganzen 90 Minuten des Videodings an dem Theaterstück arbeiten, bevor sie sich in letzter Sekunde doch noch küssten. Was für eine Zeitverschwendung!
sopran - Mo, 2. Apr, 16:53
Ehrlicher und Kain verpasse ich meistens planvoll. Wenn ich mal wieder einen gesehen habe, weiß ich warum. Dieser Ehrlicher ist ein Untoter. Nun sind
abgefahrene minder profilierte Kommissare ja mitunter ein Indiz für sorgsam ausgedachte Fälle. Der gestern war auch so lala ok.
Baulöwe in Leipzig (Schneider, wer sich erinnert): Tief in die Klischeekiste gegriffen
Die ehrgeizig-doofe Anwältin war nicht schlecht, "mein einziger Mandant"
Viel zu fett: Die Mandatswerbung im Krankenhaus. Das ist so verboten, dass so plump doch kein Kollege seine Zulassung riskieren würde. Oder bin ich da zu naiv?
Langweilig: Die lineare Ein- und Ausführung immer neuer Verdächtiger, die alle auch am Tatort waren aber alle so haarscharf den Mord verpasst haben.
Zeit geschändet: Um 21.27 Uhr kannten schon alle den Mörder.
Entschädigung: Das Feuerwerk.
(Ordentliche Zusammenfassung
hier bei Julia Loeba
sopran - Mo, 2. Apr, 13:39