Allez les bleues
wollte ich im Sommer 2004 über die Rue de la poste rufen. Aber die Alten saßen auf der Bank vor unserem Haus, die Gässchen waren halbtot wie immer, ich lag mit den Menusieren auf dem Voisinenbett, zu belgischen Pralinen (Flughafen Charlerois) und Treintetrois gaben wir uns DeutschlandFrankreich Zizou!!!, und im Dorf guckte kein Schwein. Le Rögbie, biensur, mais le soccer, non non. Barthez sein Vater war Rugbyspieler und ist wahrscheinlich heute noch in Lavelanet/Ariège berühmter als Fabien.In den Ohren, den Augen, den Haaren noch der Staub vom Balkenschleifen am Mittag. Ehrliche Überkopfarbeit mit feuchter Staubmaske, p'tit Anatoli sang beim Leitungverlegen, viel später beschlossen wir Frauen den Abend mit Grünen Tomaten.
Ich sitze im Büro und lasse mich ablenken. Von Erinnerungen, weil Thierry Henri ein Tor geschossen hat. Von den holden Vögelliedern, die iPod ungebeten zwischen Elektronischer Kerzenlichtmusik und Boccherini herausgefischt hat. Die mich wieder kurz um meine Fassung bringen. Danke singt dann Manfred Krug. Danke auch. Mehr Boccherini hören, das ist ja Rock.
Die Vorbereitung auf die Mediation morgen früh ist Kopfarbeit. Kopfarbeit heißt: Hypothesen machen über die Köpfe der Kunden. Intra-Kopfarbeit. Was werden sie mitbringen, wie werden sie reagieren, was brauchen sie. Er wird sie beleidigen und bedrohen, nicht mehr als sonst wohl, aus ihrer Reaktion zu schließen. Ich werde mich nicht für sie aufregen, das tue ich nie. Sie wehrt sich auf ihre Weise. Mein Job ist, sie auf die Sachfragen zu konzentrieren. Dass ich mich nicht aufrege für andere, das qualifiziert mich noch am meisten für diese Arbeit.
sopran - So, 18. Jun, 21:32


