Holder Vögelpfiff, unpötisch
Beckmann, oder?"Dieser Schlusspfiff kam doch sehr unpoetisch daher." (Argentinien : Cote d'Ivoire)
Nach dem Spiel zurück zur "Langen Chornacht", pünktlich zu "Nabucco" - selber singen mit Sinfonieorchester. Die volle Uni-Aula hätte beben müssen. Hat aber nicht, sangen alle viel zu leise. Nach drei Bieren erlaube ich mir darum, "Land of hope and glory" mit dem hohen C zu beenden. Wenn es sonst keine tut. Ich kann normal gar kein C, aber das war ein übergesetzlicher Notstand. Auch, weil es drinnen nur "Vollkornlimo" (Zitat G.) gab, ich trinke gerne Bionade, aber
"Holde Vögellieder" hatten wir schon um acht Uhr gesungen. Brahms, hach. Ist es nicht ein bisschen peinlich, beim Singen zu weinen? "Das Publikum soll weinen", hatte die estnische Workshopleiterin gesagt. Aber am Ende hat das Publikum vielleicht gar nicht gemerkt, wie
In stiller Nacht zur ersten Wacht
ein Stimm begunnt zu klagen.
Der nächtge Wind hat süß und lind
zu mir den Klang getragen
von herbem Leid und Traurigkeit
ist mir das Herz zerflossen.
Die Blümelein mit Tränen rein
hab ich sie all be-gos-sen.
Der schöne Man will untergahn
für Leid nicht mehr mag scheinen.
Die Sterne lan ihr Glitzen stahn
mit mir sie wollen weinen.
Kein Vogelsang noch Freudenklang
man höret in den Lüften.
Die wilden Tier trauern auch mit mir
in Felsen und in Klü-ften.
Tja, Herr Beckmann, dagegen kommt so ein Schlusspfiff wirklich recht unpoetisch daher.
sopran - So, 11. Jun, 01:12


