Annette Mingels, Der aufrechte Gang
Heute das erste Buch gelesen, "Der aufrechte Gang" von Annette Mingels, im Buchladen abgegriffen. Der Nachteil am Lesen ist, dassIch kann unmöglich nur eine Sache zur Zeit machen. Das Internet ist ja anspruchslos, man kann auf dem linken Monitor Fotos bearbeiten und auf dem rechten Blogs lesen, dabei Radio hören und die Kinder zurück ins Bett schicken.
ich beim Lesen nur noch eins nebenher machen kann, nämlich essen. Ich habe sehr viel gegessen diese Woche, zum Beispiel, als ich am Mittwoch nach Heidelberg fuhr, um an einem Park&Ride-Platz den ausgebüxten Eins übergeben zu bekommen. Als die Polizei anrief, war ich noch in der Stadt, auf dem Weg zum Auto kaufte ich in einem Anfall von Mildtätigkeit (der arme Junge hat bestimmt Hunger) ein paar Sandwiches, Mandeltörtchen (doch eher für mich), Birchermüsli usw., aber als ich in Heidelberg ankam, war alles weg und der Sohn floh auf der Rückfahrt in den Schlaf. Weiteres zu dieser Woche, die unter dem Motto stand "ein 14-Jähriger will was erleben" spare ich. Mir.
Zu dem Mingelsbuch
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Na gut.
Frauenfreundschaft, Liebe zu älterem Mann, zu jüngerem Mann (Freundinnensohn), Affären, Tod. Ein Buch, das ich schon morgen vergessen haben werde. Tauschen oder Amazon Flohmarkt. Stil ganz ok, nur dass sie, wie sie sicher mit Bedacht einschob, immer eingeschobene Nebensätze, die - ich hasse sie, aber ich bin vielleicht zu sehr Lokalteil/ Wolf Schneider. Oder zu linear.
In einer kleinen Stadt bei Orléans schließlich erhörte sie einen bärtigen Mann, einen Studenten der klassischen Kunst, der ihr, nachdem er lange Zeit vor dem karolingischen Mosaik verbracht hatte, unter heftigem Reiben seiner Brillengläser am quergestreiften Polohemd seine Liebe gestand; sie sah ihn an, lachte kurz auf und rief ihm, als er sich enttäuscht abwandte, ihre Zimmernummer und die Uhrzeit nach, zu der er kommen solle.
Ein paar Punkte, ein paar Hauptsätze mehr, und das wäre gut lesbar. Schade. Das Buch ist sauber komponiert mit gleichmäßig verteilten Rückblenden, sich wiederholenden Motiven usw. Der Freundinnenvater tritt einer christlichen Sekte bei (Adventisten), und am Ende sind sie bei einer Adventistin zu Gast. Aber warum?
Ich bin beim Lesen sehr oft aufgestanden, um was zu Essen zu suchen. Das Buch ist bar jeder Überraschung, sie wird am Ende mit dem Jungen schlafen, das steht ja auf der ersten Seite, und damit endet das Buch auch. Auf den Seiten dazwischen kommen ein paar blasse Männer auf Affären vorbei und der Mann stirbt. Ich habe keine der Figuren kennen gelernt. Schade. Ich probier das Matrosenbuch aber trotzdem noch. So schlimm war's nicht.
Der Nächste Bitte.
Anfang:
Natürlich, denkt Ruth, die Tür. Sie hatten vergessen abzuschließen. Was ist?, fragt Willy.
bachmannpreis tage der deutschsprachigen literatur klagenfurt 2006 ingeborg-bachmann-preis
sopran - Sa, 3. Jun, 18:45


