Dom
Als wir um halb sieben zum Einsingen kommen, ist gerade Messe. Hinter den Absperrseilen lärmen die weltlichen Besucher. Die Schweizer, so heißen die Wächter in den roten Gewändern, lassen uns durch. Auf dem Weg zur Sakristei kommen uns die Zelebranten entgegen. Kein Kardinal. Erwachsene Ministranten. Im vierten Stock liegt der Chorsaal.
Im Dom etwa zehn Grad, am kältesten ist es vor dem Dreikönigsschrein, dort singen wir, es weht ein leichter Wind. Damals in Speyer nebelte unser Atem, muss also noch kälter gewesen sein. Oder unser Atem wärmer.
Die an- und abfahrenden Züge von Gleis eins machen Geräusche wie von Explosionen. Beim Singen denke ich: Bomben. Kannjanixpassieren. Weltkulturerbe. Weltkulturerbe, hieß es, das ist wo man im Krieg keine Bomben draufwerfen darf.
Die Chorleiter würden noch gerne im Applaus baden, aber die Besucher fliehen nach draußen. Dort ist es wärmer.

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Der "Binnenchor" ist eine Kirche in der Kirche. Hier ein Rundum-Panorama ohne die hässlichen braunen Stühle.
sopran - So, 30. Apr, 10:38


