Menschen mit Kindern reden über Kinder, Menschen ohne Kinder reden über Eltern.
Menschen ohne Kinder sind gnadenlos unbarmherzig nieverzeihend kleinlich mit den Macken ihrer Eltern. Als Mutter bestehe ich darauf, ein ursprüngliches einklagbares unveräußerliches blabla Recht auf Macken zu haben.
sopran - So, 4. Sep, 11:03
In jedem Flugzeug von Köln-Bonn nach Berlin-Tempelhof sitzt genau eine Person, die ich kenne.
Bisher: 100%
Hinflug: Patenkindsgroßvater (nützliches Treffen: Ich erinnere ihn an Enkelkindsgeburtstag)
Rückflug: FDP-Kommunalpolitiker/Kinderchorleiterinsohn/Mitschüler, (nützliches Treffen: wir werden über die bekloppte offene Ganztagsschule telefonieren)
sopran - So, 4. Sep, 11:01
...hat Ähnlichkeit mit diesem Internet. Man trifft Menschen zu Zeiten, in denen hier in der Provinz schon alle schlafen. Ich buche gleich nach der Ankunft am Fahrkartenautomaten eine Nahverkehrs-Flatrate für 72 Stunden. Ich buche ein Zimmer, bekomme telefonisch Türcode und Zimmernummer, am nächsten Morgen Karte durchziehen, 55 Öre, fertig.
Am Abend bei der Bunnylesung gibt es Gesichter zu Pseudonymen, ich erwähne nur wasweissich, im Übrigen keine Lust auf Name- und Linkdropping. Als Moni sagt "auch eine Bloggerin", zucke ich. Schön, Leute kennenzulernen, aber kein Bedürfnis, dazuzugehören, eine Bloggerin zu sein oder eine Pappe.
Wenn die fast dreijährige Vier einen Kissen-Mordanschlag auf die Katze verüben kann, warum dann nicht die seinerzeit dreijährige Frau Maisch auf ihren kleinen Bruder?
Vor allem über Schwangerschaften versuchte ich seit Jahren herbeizunölen, was in Berlin eingetreten ist. Es gibt trinkbare wenig süße Limonaden. Bionade, Club-Mate. Hoffe, der Trend schwappt mal nach
CifkaB. Beim Kauf eines Pullovers bekomme ich zwei Flaschen Warsteiner hi-light geschenkt, 30% weniger Kalorien, whow. Calories Filtration System - einfach stehen lassen, bis der Alkohol verdampft ist? Warum nicht 0,2 l-Flaschen zum selben Preis verkaufen? Das Wasser kann dann jeder selber dazuschütten. Siehe Riesenmaschine.
Der kleine Messer-Sägen-Hobelladen hat in einem Kreuzberger Hinterhof angefangen, wo die F. mal gewohnt hat, die Menusiere aus Cenne. Wir treffen uns an der Bergmannstraße, trinken Kaffee, laufen herum, Buchläden usw. Kleines Glück. Der Messermann, weißes T-Shirt, schwarze Brille, empfiehlt mir das handgeschmiedete Japanische für 85 Euro. Ich bin unentschlossen, wie immer. Müsste das Gepäck aufgeben.
Am Abend mit A, der ältesten besten Freundin, thailändisch Essen. Am Nebentisch ein Paar um die 30. Sie: "Sag mal, findest Du mich eigentlich zu dick?"
Am nächsten Tag in Prenzlauer Berg das gleiche kruschtige Messergeschäft. Der Mann mit dem weißen T-Shirt und der schwarzen Brille sagt, er habe mich gestern noch erwartet, in Kreuzberg. Wahrscheinlich ein großer amerikanischer Franchise-Geber. Ich kaufe das Messer dann, auch aus Verwirrung.
Schön, am Abend erst mit A und den Kindern im Karlshorster Garten zu grillen, später in die Stadt zu fahren, das personalfreie Hotel zu beziehen und an der Veteranenstraße echte Menschen aus diesem Internet zu treffen.
Hier in der Provinz kann ich meine Bekannten einteilen in solche, die Kinder haben und solche, die Kinder haben möchten. Das gilt für Hetero- wie Homosexuelle. Die Kinder haben, reden über ihre Kinder, die keine haben, reden über ihre Eltern. Hier gibt es Menschen, die kein einziges Kind persönlich kennen. Das Fragen nach meinen Kindern ist ein kurzer Besuch im Zoo. Ich mag weder das Kinder- noch das Elternthema besonders.
Wenn man hier in der Provinz nachts um drei Hunger hat, hat man die Auswahl zwischen Curry Kombi am Friedensplatz und McD. In Berlin dagegen legt man weite Strecken zurück, um den BESTEN Imbiss aufzusuchen. Shawarma statt Döner oder Türkisch-Indisch? Italobockwurst? Berliner Gedeck?
Für mein winziges Gepäck hasst Frau Mju mich. Wir siezen uns jetzt wieder. Mju und VW sind mitten in der Nacht aufgestanden, um mit mir um halb 12 zu frühstücken. Ich fahre mit dem DB-Fahrrad zum Flughafen.
sopran - So, 4. Sep, 10:57