Meine Mutter
sieht auch sonst schon mal tagsüber fern, wenn sie nicht gerade auf dem Golfplatz Kartoffelbovisten erschlägt. Sie erregt sich dann über den Bonner Anwalt Krechel, der aus der Wilhelmstraße nach Barbara Salesch wechselte, nachdem die Polizei in seinem Büro eine Kalaschnikoff gefunden hatte.Nun also Klagenfurt, erstmalig eingeschaltet, um ihre kleine Tochter mal im Fernsehen zu sehen. Mein Mobiltelefon klingelte, als gerade Natalie Balkow las - im dämlichsten aller dämlichen Momente fragte sie, ob ich im Theater sei. Also: WENN ich im Theater gewesen wäre, ui. Ich: Fassungslos (ein Wort, das Frau Radisch dieses Jahr gar nicht benutzte, entweder, sie hatte den Strang von 2004 gelesen oder sich nachher im Video beobachtet).
Meine Mutter verfolgte dann fast lückenlos alle Lesungen und Diskussionen, nun soll ich ihr die Texte alle ausdrucken außer
Ist doch gut, wenn man die Eltern vom Unterschichtenfernsehen wegkriegt.
Mutterbashing ist wirklich ganz ganz billig, unterste Schublade. Also: Meine Mutter ist überaus belesen, und ich gönne ihr das nachmittägliche Unterschichtenfernsehen von Herzen.
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sopran - Di, 28. Jun, 13:16


